Was ist Theologie?

Während ich so durch ›How (not) to speak of God‹ lese fällt mir auf wie sehr die Art zu schreiben zum Inhalt des Buches passt. Pete schreibt von der mystischen Tradition her und verbindet in der Art wie er schreibt den Inhalt mit einem kontemplativen Zugang, der sich nach und nach einem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln annähert und dennoch Raum für Geheimnisse lässt. Liest man das Buch mit der Brille eines Logikers könnte es dazu kommen, dass es scheint als würden zu wenige Informationen geboten – erwartet man die evangelikal-amerikanischen Geschichten zur Auflockerung, könnte man sich enttäuscht abwenden – lässt man sich jedoch auf das kontemplative Umkreisen ein, erweitert sich der eigene Blick. So scheinen die einzelnen Kapitel sich sehr zu ähneln und doch nähert er sich immer wieder unter neuen Blickwinkeln seinem Thema, was er meiner Meinung nach sehr sehr gut macht. Bevor ich diese Beobachtung abschließe, möchte ich dich fragen ob du ähnliche Beobachtungen beim Lesen dieses Buches gemacht hast?

Diesem Eintrag gab ich den Titel: Was ist Theologie? und so möchte ich auch auf das eingehen was Pete im zweiten Kapitel [The aftermath of theology] beschreibt. Wie bereits gesagt nähert sich Pete auf kontemplative Weise diesem Thema und so bin auch ich geneigt einen ebenso ausführlichen Eintrag zu schreiben, möchte mich jedoch auf einen Aspekt des Kapitels beschränken, der mir zentral erscheint.

Seiner Ansicht nach gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Zugänge zu Theologie. Der erste Zugang wäre eine Theologie deren Ziel es ist Gott zu beschreiben. Auf der anderen Seite kann Theologie auch als anbetende Reaktion auf Gott verstanden werden.

Innerhalb der emergingChurch-Bewegung [oh Mann, immer diese Übersetzungsversuche] wird meist der zweite Zugang der anbetenden Reaktion gelebt. Insofern wird Theologie nicht so sehr als menschlicher Diskurs verstanden, in dem über Gott gesprochen wird, sondern vielmehr als Ort an dem Gott in den menschlichen Diskurs hineinspricht. Daraus folgt, dass wir nicht so sehr Theologie treiben, sondern von ihr überwältig und verändert werden. Durch unsere Worte und Handlungen streben wir nach einer Begegnung der Menschen in unserem Umfeld mit dem lebensspendenden Wort Gottes.

In unserer theologischen Praxis stehen wir einerseits auf der Seite des traditionellen Verständnisses und sprechen über Gott, sind uns jedoch auch dessen bewusst, dass unser Reden Gott nicht definieren kann. Wir beherrschen die Theologie nicht sondern stellen uns unter ihre Wirkung.

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