Parallele Bereicherung

Während manche auf ihren Macs mit Hilfe von Parallels Windows und andere Betriebssysteme zum Laufen bringen, freue ich mich darüber, dass das parallele Lesen von unterschiedlichen Büchern zu einer sehr coolen Verbindung wird.

Angefangen hat es mit der Lektüre von How (not) to speak about God von Pete Rollins. Während ich so auf meinem Sessel saß traf ab und an mein Blick auf ein Buch in meinem Bücherregal: Lesslie Newbigin, Den Griechen eine Torheit Dadurch bekam ich Lust dieses Buch ebenfalls zur Hand zu nehmen und zu lesen – was ich dann auch machte. Schon bald gefiel es mir sehr gut, wie die beiden scheinbar von ähnlichen Dingen sprachen, auch wenn sie unterschiedliche Zugänge wählten.

An Weihnachten stand ich wieder einmal vor dem Bücherregal meiner Eltern wo mir die Bonhoeffer Biographie Wir hätten schreien müssen von Christian Feldmann auffiel, die ich auch schon lange lesen wollte – und so wurde sie zur Urlaubslektüre.

Heute habe ich nun darüber nachgedacht wie krass die unterschiedlichen Gedanken und Zugänge der einzelnen Autoren [bzw. auch derjenigen über die geschrieben wird] zusammen passen. Am Beispiel dessen was über Theologie und Erkenntnis gesagt wird, scheinen sich die Bücher wunderbar zu ergänzen. So las ich bei Rollins über die Wichtigkeit der Beziehung dessen der über Gott reden möchte zu demselben. Dieser Gedanke rennt bei Newbigin offene Türen ein und wird im Kapitel über die Auseinandersetzung mit der Wissenschaft durch den Gedanken des »Lückenbüßers« fortgeführt. Welcher mir wiederum aus Bonhoeffers Ablehnung eines »Lückenbüßer Gottes« bekannt war. Auch wenn das jetzt alles sehr knapp formuliert ist, hoffe ich trotzdem, dass dem ein oder anderen die Verbindung und Vertiefung ersichtlich wird, die mich gerade motiviert…

3 Reaktionen

  1. Newbigin´s ‚Den Griechen eine Torheit‘ ist ein wirklich sehr geniales Buch, das man nur empfehlen kann…Allein die Gedanken zu Evangelium und Kultur…

  2. Finde ich sehr interessant. Und gerade deshalb gebe ich zu, dass ich hier eins nicht verstanden habe: Wie kommt der Link zwischen der Aussage: „Ich muss Gott kennen, wenn ich über ihn sprechen will“ und der Aussage: „Gott ist nicht der Lückenbüßer für noch nicht erreichte wissenschaftliche Erkenntnis“ zustande?

  3. newbigin schreibt in dem kapitel aus dem ich die gedanken habe zum einen darüber, dass es nicht möglich ist ganz objektiv an etwas heranzugehen und schreibt in diesem zusammenhang auch über offenbarung und die beziehung zur offenbarung bzw. dem offenbarten.

    er führt weiter aus, dass es seiner ansicht nach nicht wirklich sinnvoll ist die trennung der privaten von der öffentlichen sphäre beizubehalten – dabei geht er dann auch darauf ein, dass gott nicht der lückenbüßer unserer erkenntnislücken ist.

    auch das ist wieder alles sehr kurz hier, darüber müsste man mal ausführlicher schreiben…

    vielleicht kann die verbindung mit der folgenden aussage noch ein bisschen verdeutlicht werden: die private sphäre wird oft mit privaten annahmen, werten und emotionen verbunden, während die öffentliche sphäre für tatsachen, also harte fakten steht. da newbigin diese trennung nicht unterstützt stehen für ihn sowohl die lückenbüßersachen als auch die erkenntnis ohne beziehung nicht mehr zur verfügung. wird das verständlicher so?

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