Nachfolge als zorniger Pazifist?

Nachdem in der letzten Woche in der Sidebar wieder eine Rubrik erschienen ist, die sich ›Bücher‹ nennt hat der eine oder die andere bereits gesehen, dass ich gerade auch in dem Buch Nachfolge von Dietrich Bonhoeffer lese. Ein Buch wieder zu lesen, welches ich vor einiger Zeit gelesen habe, das jedoch noch nicht in meinem Bücherregal steht, ist wie so oft eine sehr geniale Sache. Auch wenn Bonhoeffers Schreibstil nicht immer mein Favorit ist, so lasse ich mir von ihm gerne das sagen, was ich von ihm lese. Für mich ist er ein echtes Vorbild, von dessen Leben und Denken ich mich gerne in Frage stellen lasse, auch wenn das sehr oft unangenehm ist.

Bonhoeffer schreibt so direkt und ›haut manchmal kräftig mit der Faust auf den Tisch‹, Aussagen, Ansichten und Herausforderungen, die ich bei vielen anderen Autoren überlesen würde, sprechen hier zu mir, weil ich denke, dass sein Leben genau das war, wovon er spricht – ein Leben in Nachfolge.

Und so lese ich gerade seine Gedanken zur Bergpredigt, die Abschnitte in denen er über Mord schreibt – denke über seine Biographie nach – und fühle mich als Pazifist bestätigt, einige Sätze später geht es dann auf einmal um Zorn und es wird schon brenzliger, hier bin ich auf jeden Fall herausgefordert:

»Gott will sich von unserem Bruder nicht trennen lassen. Er will nicht geehrt sein, wenn ein Bruder entehrt wird. […]

Um der Menschwerdung des Sohnes Gottes willen ist Gottesdienst vom Bruderdienst nicht mehr zu lösen. Wer da sagt, er liebe Gott und haßt doch seinen Bruder, der ist ein Lügner.

So bleibt dem, der wahren Gottesdienst in der Nachfolge Jesu tun will, nur ein Weg, der Weg der Versöhnung mit dem Bruder.«

[Bonhoeffer, Nachfolge, 105.]

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