Die eine Taufe

Gestern Abend in den Nachrichten davon gehört, dass 11 der 16 Kirchen des Arbeitskreises Christliche Kirchen (kurz ACK) eine Erklärung unterzeichnet haben, nach der sie sich gegenseitig ihre Taufe anerkennen. Diese Nachricht freut mich sehr, da sie meiner Ansicht nach eine gute Bewegung innerhalb der Ökumene darstellt. Einige Stunden vor den Nachrichten hatte ich aus einem Papier des Zweiten Vatikanischen Konzils einen Satz zitiert, in dem sich die römisch-katholische Kirche zu ihren protestantischen Schwestern und Brüdern äußert:

»Nichtsdestoweniger sind sie durch den Glauben in der Taufe gerechtfertigt und Christus eingegliedert, darum gebührt ihnen der Ehrenname des Christen, und mit Recht werden sie von den Söhnen der katholischen Kirche als Brüder im Herrn anerkannt.«
Unitatis Redintegratio, Paragraph 3.

Für die damalige Zeit war das bereits ein revolutionärer Gedanke, diejenigen die noch zuvor mit Begriffen wie ›Häretiker‹ oder anderen Nettigkeiten bezeichnet wurden, werden nun als Schwestern und Brüder angesehen. Dies bedeutete auch, dass man im Bereich der Evangelischen Kirche nicht mehr missionieren musste, waren sie doch in ihrer Kirche schon Christen und damit Verwandte.

Am letzten Wochenende gingen dann Vertreter einiger Kirchen einen Schritt weiter und erkennen nun ihre Taufe gegenseitig an, deswegen auch der Titel des Beitrags »Die eine Taufe«, was der Einen oder dem Anderen bereits bekannt vorkommt. Nun ist das sicher noch nicht der Meilenstein schlechthin, jedoch könnte dies, wie Kardinal Lehmann andeutete auch dazu führen dass in der Frage des Abendmahls weiter gedacht wird. Und sicherlich ist da auch noch das ein oder andere Gespräch mit den Kirchen nötig, die sehr großen Wert auf die Taufe legen und deshalb die Erklärung nicht unterzeichneten.

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ACK: Wechselseitige Anerkennung der Taufe.
EKD: Kirchen erkennen Taufen wechselseitig an.

2 Reaktionen

  1. Diese Meldung hat mir mal wieder bewusst gemacht, wie weit ich mich mittlerweile vom organisierten Christentum entfernt habe. Jesu Botschaft ist so einfach und klar und 2000 Jahre später schaffen den Menschen es dann mal tatsächlich die Taufe gegenseitig anzuerkennen. Eigentlich macht mich das eher traurig.

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