Anreiz

Bei der Vorstellung des „neuen“ Elterngeldes wurde gerne mit Worten wie „Anreiz“ gespielt. Auf Grund der demographischen Entwicklung sei es an der Zeit einen Anreiz zu bieten wieder Kinder zu bekommen. Damals war natürlich auch schon klar, dass es sich bei der Zielgruppe des Anreizes vor allem um so genannte Besserverdienende handelt. Was jedoch für die Übrigen von dem Anreiz geblieben ist, scheint mit schleierhaft.

Der Bescheid, den wir die Tage ins Haus bekamen sieht für mich eher so aus, als wolle die Familienministerin und mit ihr die große Koalition einen Anreiz schaffen keine Kinder zu bekommen. Natürlich steht dabei für mich außer Frage, dass das Elterngeld überhaupt ein Anreiz Kinder zu bekommen ist – das wäre denke ich einer der schlechtesten Deals die man abschließen könnte. Der Fortschritt vom alten zum neuen Elterngeld sieht in unserem Falle so aus, dass wir unter dem Strich einiges weniger bekommen. Vielen Dank also für den Anreiz, den könnt ihr nächstes Mal gerne behalten. Und vielleicht ist es dann auch besser wenn vom propagierten Aufschwung nichts beim kleinen Bürger ankommt…

2 Reaktionen

  1. Yupp, trifft auf uns auch zu. Für uns war es gut, Jule noch vor dem 1.1. bekommen zu haben, sonst hätten wir statt 24 Monaten 300 Euro (das kriegen wir jetzt) dasselbe Geld nur für ein Jahr bekommen. So wird das dann wohl beim nächsten Kind für uns aussehen, was nicht gerade ein „Anreiz“ dafür ist, das Kind während des Vikariats zu bekommen, wo wir eh knapp bei Kasse sind.

  2. Ich kann auch als Nutznießer der neuen Regelung euren Frust gut verstehen. Unsere Tochter hat sich überreden lassen am Neujahrstag zur Welt zu kommen und daher bekommen wir das Vielfache des für uns möglichen alten Satzes (der hätte sich ziemlich der Null genähert).

    Ich kann nur beten, dass noch diese Legislaturperiode die Regierung die neu entstandene Steuerflut ein wenig davon in die Besserstellung der „Geringverdiener“ umleitet.

    Rein materiell kann ich die Intention des ganzen aber durchaus nachvollziehen. Als wir mit unserer ersten Tochter auf ein volles Gehalt „verzichten“ mussten, war der „Absturz“ im Geldbeutel schon deutlich spürbar. Und auch wir konnten einen gewissen Frust nicht leugnen, als meine Frau von der begehrten und dementsprechend bezahlten Filialleiterin zur quasi unbezahlten Hausfrau „mutierte“. Diese gefühlte Ungerechtigkeit ist jetzt geschlossen, nur leider zu Lasten einer anderen…

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