›fair‹ und ›bio‹ goes Mainstream

Passend zur aktuellen Meldung, die mich über KarmaKonsum erreicht, dass gemäß einer Studie 38,5% des Umsatzes von Bio-Lebensmitteln von Discountern erwirtschaftet wird, möchte ich am Blog-Karneval teilnehmen, der ebenfalls von KarmaKonsum veranstaltet wird. Blog-Karneval bedeutet, dass verschiedenste Blogs zu einem bestimmten Thema schreiben. Das Motto lautet GreenWashing und verschiedene Blogger setzen sich darin mit der Tendenz auseinander dass immer mehr große Firmen ›bio‹ und ›fair‹ für sich entdecken. Christoph schreibt folgende einleitende Gedanken:

»Wie sieht es aus mit der Moral der neuen Ökos, wenn es darum geht, wenn die bösen und einstigen Klassenfeinde der ersten Öko-Generation plötzlich gut werden wollen? Alles nur Greenwashing aus der PR-Abteilung oder ernsthafter Wille, die Welt doch etwas besser zu machen?«

Noch vor kurzem hätte ich mehr als ausreichend Gründe gehabt zu schreiben weshalb ich diese Entwicklung auch kritisch sehe und ihr nicht nur positiv gegenüberstehe. Diesen Eintrag möchte ich jedoch hauptsächlich aus der Perspektive schreiben die sich mir letzte Woche eröffnet hatte als ich quer durch Deutschland unterwegs war.

Ein Aspekt des ergrünens großer Discounter oder anderer Konzerne hat meiner Ansicht nach mit wirtschaftlichen Interessen zu tun: sowohl ›bio‹ als auch ›fair‹ hat sich zu einem beachtlichen ›Markt‹ entwickelt. Dass McDonalds in England bereits fair gehandelten Kaffee verkauft liegt sicher nicht so sehr an ihrem Willen an einer gerechteren Welt mitzuwirken, als an der Tatsache dass in England ein großes Bewusstsein für fair-gehandelte Produkte existiert und dieses Bewusstsein auf die Kaufentscheidung einer großen/kritischen Masse beiträgt.

Soweit die eine Seite der Medaille. Als wir letzte Woche unterwegs waren machten wir natürlich auch eine Kaffeepause, wir tranken Kaffee in einem MacCafé und ich muss sagen dass sowohl der Kaffee als auch das Ambiente sehr angenehm war. Wenn nun der Kaffee noch aus fairem Handel stammen würde und die Milch aus ökologischer Landwirtschaft würde der Genuss gleich noch steigen.

Darüber hinaus fiel mir auf, dass es als Vegetarier der versucht sich bewusst zu ernähren eine solche Tour quer durch die Republik auch hinsichtlich der Verpflegung herausfordernd sein kann. Natürlich hätte ich mein Vesper zu Hause richten können und somit gutes Essen dabei gehabt – dies habe ich jedoch verpasst und so hatte ich in beide Richtungen Essenspausen auf denen es nichts für mich gab – wenn man einen klebrigen ›Amerikaner‹ nicht als Mittagessen zählt. Unterwegs zu essen würde dadurch viel einfacher und auch gesünder wenn sich der Trend zu ›bio‹ und ›fair‹ Produkten weiter durchsetzen würde. Die Vorstellung ist zwar noch ungewöhnlich, aber wie wäre es bei BurgerKing einen frischen Salat aus biologischer Landwirtschaft zu essen und eine Bionade dazu zu trinken, sicher nicht schlecht. Zum Nachtisch noch eine fairen Kaffee, hm.

Auch wenn es meiner Ansicht nach um weit mehr geht als einfach die einen Produkte durch die anderen zu ersetzen, sondern sowohl in der Ernährung, dem Konsum und auch hinsichtlich der Marktpolitik ein Umdenken erforderlich – scheint es dennoch im Sinne von Angebot und Nachfrage nur logisch zu sein dass sich die Angebotspalette verändert.

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2 Reaktionen

  1. […] danielehniss.de: Die Vorstellung ist zwar noch ungewöhnlich, aber wie wäre es bei BurgerKing einen frischen Salat aus biologischer Landwirtschaft zu essen und eine Bionade dazu zu trinken, sicher nicht schlecht. Zum Nachtisch noch eine fairen Kaffee, hm. […]

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Mentions

  • Abschlußbericht Blog Karneval GreenWashing - KarmaKonsum
  • 2. Zwischenbilanz Blog Karneval Greenwashing - KarmaKonsum

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