Beteiligungsstrukturen

Heute steht die Ausarbeitung einer Struktur für ein Seminar auf meinem Tagesplan in dem ich beim FreakLeiterTraining [kurz: FLT] über »Leiterschaft und meine Gemeinde« sprechen werde. Dabei sollen vor allem die Auswirkungen von Leitung auf die Gemeinschaft bedacht werden. In diesem Zusammenhang habe ich eben einen Blick in den Artikel von Burkhard vom Schemm im ZeitGeist-Buch geworfen und habe mich dort über folgenden Abschnitt sehr gefreut:

Denn Aktivgruppen sind Gruppen, bei denen Jugendliche sich beteiligen und eben nicht Programmangebote konsumieren. Die Mitgestaltung Jugendlicher ist ein Schlüssel für eine Jugendarbeit, die die Gegenwart nicht verschlafen möchte. Partizipation finden alle gut. Doch Reden über Beteiligung ist das eine, Tun das andere. Natürlich gab es schon immer Beteiligungsstrukturen in der Jugendarbeit. Lässt man sich aber darauf ein, Jugendliche als die eigentlichen Akteure der Jugendarbeit zu verstehen, dann wird deutlich, das Partizipation oft eher dekorativen Charakter hatte.

Wie können aktive Jugendgruppen aussehen, die Freiräume sind? Wie müssen sie gestaltet sein, damit Jugendliche das entfalten können, was in ihnen steckt? Aktivgruppen haben drei Dimensionen:

OUT – Ihre Beziehung nach Außen: Aktivgruppen haben eine Außenwirkung.
IN – Ihre Beziehung nach Innen: Aktivgruppen leben Gemeinschaft.
UP – Ihre Beziehung zu Gott: Aktivgruppen laden zum Glauben an Jesus Christus ein.

Aktivgruppen bedeuten dann für die Mitarbeitenden-Teams einen Rollenwechsel. Es ist durchaus eine Art Kulturschock, wenn die klassische Helferrolle, das „Wir für euch“ wegbröselt und man verunsichert einübt, was ich hier „Leading from behind“ nennen möchte – ein Spiel von Nähe und Distanz, vor allem aber von praktizierter Demut. So erst können die Jugendlichen ihre Berufung entdecken und diese gemeinsam in der Gruppe leben – darin liegt die zentrale Vision von Aktivgruppen.

[Burkhard vom Schemm, Ganzheitliche Jugendarbeit in Aktivgruppen in ZeitGeist: Kultur und Evangelium in der Postmoderne, 173]

Auch wenn Burkhard hier über Jugendarbeit schreibt haben diese Gedanken viel mit dem zu tun wie ich über Gemeinde/Gemeinschaft und Leitung denke. Neben den sehr guten Gedanken könnte dieser Post dir auch Lust machen das ZeitGeist-Buch zu bestellen und das Blog zu besuchen, falls du beides nicht sowieso schon getan hast bzw. regelmäßig tust.

4 Reaktionen

  1. Lustige Sache, das. Ich hab den Artikel heute Vormittag in der Badewanne gelesen und mich ebenso wie Du über das gefreut, was er über „Leading from Behind“ sagt. Sehr cool.

  2. […] letzte Aspekt passt wunderbar zu dem was ich gestern über Beteiligungsstrukturen geschrieben […]

  3. Die Dimensionen von UP-IN-OUT, die mich für die Aktivgruppen inspiriert haben, kommen eigentlich auch aus einem gemeindlichen Kontext. Ich habe sie aus Sheffield (GB). Die Gemeinde dort wiederum hat den Gedanken von einem Missionar aus (ich glaube es war) Honduras, der wusste, dass man wesentliches auch einfach ausdrücken muss.

Mentions

  • [depone] | Daniel Ehniss » Blog Archive » Kinder in Deutschland 2007

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