Einseitigkeiten

Während ich gerade an meiner Ausarbeitung über den biblischen Kanon sitze und manche Konzile in Kirchengeschichtsbüchern von evangelischen Theologen und Verlagen vermisse – sie werden nicht erwähnt und ich beginne schon von einem Tippfehler auszugehen – stelle ich fest, dass in Büchern aus katholischen Verlagen darauf verwiesen wird, wahrscheinlich weil dort der weitere Kanon (für evangelische: mit Apokryphen) als „Kanon der Kirche“ festgestellt wurde (die Kanonfrage werde ich hier auch bald mal angehen). Auf der einen Seite ärgere ich mich über die Einseitigkeit, weshalb werden manche Ereignisse einfach unterschlagen. Natürlich ist mir bekannt dass es keine neutrale/objektive Geschichtsschreibung gibt, und ich bin mir auch der Begrenztheit des Platzes in Büchern, Lexikas und wissenschaftlichen theologischen Abhandlungen bewusst – aber wäre ein Verweis nicht möglich?

Während ich so darüber nachdenke, kommt mir ein Kommentar von Onkel Toby ins Gedächtnis, und ich denke über meine eigene Einseitigkeit nach. Onkel Toby merkte an dass er das Buch ›How (not) to speak of God‹ von Pete Rollins im ZeitGeist-Buch vermisst und es für ihn eine zentrale Rolle im emergingChurch-Dialog spielt. Ich erinnere mich an die Lektüre des Buches, an gute Seiten und manchen Gedanken denen ich widersprechen würde (wie bei jedem guten Buch) und frage mich, habe ich es durch meine Einseitigkeit verdrängt? Dann beginne ich die Blogsuche hier zu durchforsten und stosse auf einen Artikel über meine ersten Eindrücke, einen weiteren zur Kleinschreibung des Wortes emerging bei Rollins, etwas zu Theologie und einen Eintrag über parallele Bereicherung. Und ich beginne diesen Eintrag zu schreiben – ich schreibe ihn nicht um mich irgendwie zu rechtfertigen – dennoch wird mir wieder deutlich was Einseitigkeit und manchmal eine Unbedachtheit bewirkt. Seit ich das Buch gelesen habe achte ich meist, zumindest fällt mir das gerade wieder ein darauf, ›emerging‹ klein zu schreiben, bin mir nicht sicher ob das im ZeitGeist-Buch so geblieben ist (Artikel zu emerging Church von Tobias Faix und mir), aber ich hatte beim Schreiben daran gedacht. Es hätte erwähnt werden müssen, wurde vergessen. Ich weiß dass auch andere das Buch gelesen haben und erinnere mich an andere Blogeinträge, vielleicht könntest du in den Kommentaren auch auf deine Einträge zu diesem Buch hinweisen, so bekommen wir eine kleine Sammlung wider das Vergessen zusammen.

Und vielleicht geht es mir dann mit diesem Buch ähnliche wie damals mit Dan Kimballs erstem Buch und ich beginne es neu zu schätzen durch die Aspekte die mir von euch aufgezeigt werden.

2 Reaktionen

  1. Ehrlich gesagt: Ich weiss gar nicht, ob ich wusste, das Du das Buch gelesen hast, denn Du warst ein halbes Jahr früher und es könnte sein, dass ich Deine Beiträge dazu überlesen habe…

    Aber eine Sache zur Einseitigkeit: Das man sich von einer Menge Ballast trennen muss, um überhaupt zu irgendeiner Erkenntnis zu kommen, scheint mir sehr normal. Wenn das Buch keine grössere Bedeutung für das Thema hatte, über das Du schreibst, warum es also erwähnen?

    (Was ich in diesem Zusammenhang allerdings bemerkenswert finde, sind die Einwürfe von Tobias Künkler im Text von Thomas Weissenborn im Zeitgeist-Buch.)

  2. moin, dachte wir hätte kürzlich auf einem anderen blog schon mal über das buch „gesprochen“. habe mir eben auch mal die einwürfe von tobiK angeschaut – bisher nur davon gehört – gute sache das. waren noch mehr geplant und geschrieben, vielleicht geht in diese richtung auch noch was auf dem blog. grüße.

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