Übersetzung

Wenn wir davon ausgehen, dass alle Theologie kontextuelle Theologie ist – also auf die eine oder andere Weise mit dem kulturellen Kontext zusammenhängt – dann ist es im Umgang mit einem Text auch wichtig diese kulturelle Dimension des Textes zu bedenken. Meiner Ansicht nach hängt der Text zum einen mit der Kultur zusammen in der er entstand und muss um in unserer Kultur verstanden zu werden in diese übersetzt werden. Bei diesem Übersetzungsvorgang denke ich an weit mehr als eine Übersetzung der einzelnen Worte.

Der Predigttext des letzten Sonntags erscheint mir als ein gutes Übungsfeld einen Text in unsere kulturelle Situation zu übersetzen. Nachdem ich eine Weile gezögert habe möchte ich heute dennoch auch dich dazu ermutigen den folgenden Text zu übersetzen. Vielleicht hilft es dazu erst mal das gesamte Kapitel zu lesen um auch auf die anderen Aspekte aufmerksam zu werden über die Micha hier spricht [bewahrendes, heilendes und strafendes Handeln Gottes].

Um dann als einen ersten Schritt die Fragen mit deinen Gedanken zu füllen – welche Anforderungen siehst du an dich gestellt wenn du dich Gott ‚näherst‘? Und wie übersetzen sich in einem zweiten Schritt die abschließenden Gedanken Gottes?

Womit soll ich vor den Herrn treten, wie mich beugen vor dem Gott in der Höhe? Soll ich mit Brandopfern vor ihn treten, mit einjährigen Kälbern? Hat der Herr Gefallen an Tausenden von Widdern, an zehntausend Bächen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen hingeben für meine Vergehen, die Frucht meines Leibes für meine Sünde?

Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.

[Micha 6,6-8]

Durch einen solchen Umgang verliert ein antiker Text häufig seine Unverbindlichkeit und spricht mehr als zuvor in mein Leben. Daher ist es vielleicht ratsam diese Übung entweder alleine auf einem Blatt Papier oder im Gespräch mit Freunden zu machen, und erst in einem späteren Schritt zur webbasierten Auseinandersetzung zu schreiten. Mich würde natürlich die Übersetzungen interessieren, denke aber dass der offline Umgang mit dem Text dem online Umgang vorausgehen sollte.

1 Reaktion

  1. Da hast du eine sehr interessante Stelle herausgesucht, denn Jesus bezieht sich zweimal auf sie (Mt 9,13; 12,7). Dabei wirft er den Schriftgelehrten vor diese Stelle nicht in der Tiefe verstanden zu haben. Also können wir Antworten finden auf die Frage, was die Zuhörer von Hosea mit dem Wort anfangen sollten und wie Jesus es einige hundert Jahre später verstand.

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