Ich muss zugeben, dass mich die Herangehensweise an die Dekonstruktion nach der Art Caputos immer etwas verwundert, weil sie in irgendeiner Form immer ein Element des Mythischen trägt. Die Chora, der Tanz, die Metapher der Schwäche, all das sind so etwas wie eben wieder dekonstruierbare Mythen, die so auch Texten antiker Mystiker auftauchen könnten. – Ich bin Literaturwissenschaftler, kein Theologe, aber danach riechen mir solche Formulierungen: Mythen, Metaphern der Metaphysik und nicht einmal im Sinne einer „weißen Mythologie“ Derridas, sondern wieder eine, wenn auch dynamische und emazipierte Konstruktion der Wirklichkeit Gottes erreichend und den Aspekt der heiteren Destruktion, eben der Dekonstruktion nicht ganz erreichend.