Emergent-Podcast: Everything must change

Heute ging nach einer längeren Pause der neue Emergent-Podcast online: Everything must change (Teil 1). Bei diesem Podcast handelt es sich um den ersten Teil dessen was Brian McLaren am Freitag Abend, vor Beginn des Emergent Forums 2007 in Erlangen bei einer offenen Veranstaltung der Elia-Gemeinschaft vorgetragen hat. Im Wesentlichen sprach Brian an diesem Abend über das was er in seinem Buch ›Everything must change‹ ausführt.

Bevor ich auf die vier globalen Krisen eingehen möchte, von denen Brian an diesem Abend sprach, soll noch etwas zu seinen einführenden Worten gesagt werden. Er vergleicht unsere menschliche Zivilisation mit einer Maschine, die von einigen Bedürfnissen angetrieben wird. Der erste Antriebsfaktor ist der Wunsch nach Wohlstand auf den der Wunsch nach Sicherheit folgt. Diese beiden Faktoren bedingen ein Gleichheitssystem welches dafür sorgen sollte, dass sowohl der Nutzen als auch die Kosten der ersten Beiden gerecht verteilt werden. Da die menschliche Zivilisation in Ökosystem dieser Welt stattfindet werden an den eben genannten Antriebsfaktoren bereits die Krisen deutlich von denen Brian im Folgenden spricht:

Die Wohlstandskrise
Da das Ökosystem unserer Welt auf einem Austausch basiert ruft unser Wunsch nach Wohlstand eine globale Krise hervor. Brian spricht davon, dass diese Krise im Laufe seiner Generation von einer lokalen Krise zu einer globalen Krise wurde. Der Austausch von dem er hier spricht bezieht sich darauf dass für alles was in unsere Ökosystem hineinkommt auch etwas herausgehen muss. Wenn wir Rohstoffe abbauen und z.B. verbrennen resultieren daraus Abgase. Unser Wirtschaftssystem ist jedoch größer geworden als unser Planet es verträgt. Wir fahren also in einer Maschine ohne Bremsen, bauen Rohstoffe schneller ab als die Natur sie bereitstellt und produzieren dabei mehr Abfall als der Planet es jemals vertragen kann.

Zu diesem Thema kannst du bei Gelegenheit einen kleinen Test zu deinem ökologischen Fußabdruck machen. [darauf hatte ich in einem älteren Eintrag bereits hingewiesen]

Die Gleichheitskrise
Der Wunsch nach Wohlstand wird sehr unterschiedlich erfüllt. Manche von uns erzielen immer mehr Wohlstand, die meisten jedoch nicht. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung lebt in extremer Armut, ein Drittel in Armut und ein Drittel lebt in Wohlstand. Die Kluft zwischen dem oberen und dem unteren Drittel wird immer größer. Die Armen werden jedoch nicht immer ärmer, wie manchmal behauptet wird. Die Mehrheit bleibt ungefähr gleich während eine Minderheit immer reicher wird. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Lebenserwartung. Bono drückt die Herausforderung dieser Krise treffend aus: »Wo du lebst sollte nicht darüber entscheiden ob du überlebst.«

Die Sicherheitskrise
Aus der Gleichheitskrise ergibt sich die Sicherheitskrise. Aus der ungleichen Verteilung des Wohlstandes erwächst auch Kriminalität. Diese führt dann dazu, dass die Wohlhabenden glauben sich besser schützen zu müssen. Verzweifelte Arme und Verängstigte Reiche. Die Reichen denken dass immer bessere Bewaffnung den Bedrohungen durch die verzweifelten Armen standhalten würden. Sie erweitern die Waffenbudgets wodurch der Wohlstand noch ungleicher verteilt wird und die Armen nur noch weiter abgehängt werden. Der Gedanke die Waffenbudgets mit den Budgets der Hilfe zu vergleichen bzw. dies mit der Bestrebung einer gerechteren Verteilung zu kontrastieren finde ich sehr herausfordernd.

Die Krise der Religionen
Was treibt die Maschine an? Unsere Zivilisationen werden von Geschichten angetrieben. Diese Geschichten werden von manchen als Rahmenerzählungen bezeichnet. Diese Geschichten sagen uns was passiert und wie wir leben sollen. Die Weltreligionen geben den Menschen keine gesunden Rahmenerzählungen. Manchmal führen gerade die Geschichten der Religionen zu Konlikten, was Brian zu der Aussage veranlasst, dass alle Weltreligionen auf diesem Gebiet versagt haben. Die größten Kriege dieser Welt haben oft mit den drei Religionen zu tun die sich auf Abraham berufen. Wir müssen den Menschen eine Geschichte geben die ihnen dabei hilft Hoffnung in die Welt zu bringen.

Mit diesem Ausblick auf eine Rahmenerzählung die zu Hoffnung ermutigt endet der erste Teil dieser dreiteiligen Podcastserie und hinterlässt uns in freudiger Erwartung.

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