Tibet – Fragen

In den letzten Tagen kam es in der „Autonomen Region Tibet“ zu einer ganzen Reihe von Protesten und Demonstrationen gegen das ‚chinesische System‘. Ähnlich wie vor einiger Zeit in Myanmar waren auch hier die buddhistischen Mönche eng mit den Protesten verbunden. Doch hingegen der damaligen Solidaritätsbekundungen scheint es dieses Mal in der Blogosphäre recht ruhig zu sein.

Die FAZ meldet heute, dass die Proteste schon wieder ruhiger werden und dass sie nur noch vereinzelt vorkommen. Daran allein kann die mangelnde Solidaritätsbekundung jedoch nicht alleine liegen. Weigern wir uns Solidarität auszudrücken wenn auch von den Protestanten Gewalt angewandt wird und sich der angestaute Hass gegenüber den Han-Chinesen und ihrem Besitz äußert?

Oder vertreten wir gar, ähnlich eines UN-Diplomaten, die Meinung dass es sich bei den Protesten und dem begleiteten Chaos nicht um eine Frage von Frieden und Sicherheit handelt, sondern lediglich inländische Angelegenheiten zu klären seien? Diese Annahme führe neben der Annahme China könnte sich durch ein Eingreifen der UN provoziert fühlen, laut sueddeutsche.de dazu, dass die UN sich in diesem Konflikt ruhig verhält. Geht es uns dabei ähnlich?

Es wäre auch denkbar, dass wir annehmen unsere Solidaritätsbekundungen verhallten ungehört und ungesehen. Vielleicht ähnlich wie die Meldungen über die Proteste in China die in chinesischen Medien überhaupt nicht auftauchen und in Sendern wie CNN durch schwarze Bildschirme und ohne Ton ebenfalls nicht zu den Menschen durchdringen, wie die ZEIT berichtet.

Was sind deine Gründe?

Mir ist bewusst, dass auch dieser Konflikt äußerst komplex ist und durch meine begrenzte westliche Sicht nicht in angemessener Weise verstanden werden kann. Dennoch wundere ich mich über die Stille. Wobei ein Grund auch der sein könnte, dass an sehr vielen unterschiedlichen Orten auf unserer Welt unrecht geschieht, Menschen unterdrückt werden und es zu Katastrophen kommt. Dennoch wollte ich diese Fragen stellen…

3 Reaktionen

  1. Mit geht es ganz ähnlich. Als ob ein Gefühl der Ohnmacht über allem liegt.
    Evtl. weil die Chinesen auf eine so rigorose und kompromisslose Art und Weise agieren, nicht im Geringsten den Eindruck machen, als ob sie die Kritik des Restes der Welt juckt und alles so kalt durchziehen, dass man Ohnmacht gegenüber dieser Über-Macht empfindet.
    Evtl. ist auch die Kraft bei den Protestern gerade nicht da – oder die Ohnmacht überwiegt.
    Es ist ja auch nicht so, dass sich alle Lager gemeinsam und mit einer Aussage zu Wort melden. Habe auch das Gefühl, dass Olympia den Protest eher hemmt als kanalisiert. Es ist seltsam!

    Aber immerhin: Die Tibet-Initiative sammelt auf ihrer Homepage die Termine von Mahnwachen.

  2. Gute Fragen, die für uns noch dazu einen praktischen Bezug haben: Meine Frau und ich hatten gerade überlegt, kurz nach Pfingsten für eine Woche nach Peking zu fliegen, ein tolles Kurzreiseangebot. Die aktuelle Entwicklung hat uns das kräftig verleidet.

    Zeit für Solidaritätsbekundungen!

  3. […] letzten Eintrag passt die aktuelle Frage von ›Ask Yourself‹, einer Initiative von DK, die mir beim Laden der […]

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  • [depone] | Daniel Ehniss » Blog Archive » Tibet - Fragen #2

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