freue mich sehr hier von euch zu lesen. leider komme ich gerade nicht immer dazu zeitnah zu schreiben und so meinen teil zum dialog beizutragen.

ich hatte eine zeit in meinem leben, in der ich dazu neigte in diesen kategorien zu denken – christ vs. nicht-christ – im alltag stellte sich jedoch sehr schnell heraus, dass diese kategorien nicht hielten was sie versprachen. sollten dadurch klare grenzen gezogen werden, so stellte sich sehr schnell die frage danach wer ein christ ist und wer nicht. diese frage ist meiner ansicht nach sehr schwer zu beantworten – und sollte meiner meinung nach von niemandem hier auf der erde beantwortet werden. die massstäbe die wir anlegen um andere in eine solche kategorie einzusortieren sind meist von unserem umfeld und verständnis gefärbt, dass das was dabei heraus kommt in den seltensten fällen hilfreich ist, sondern meist eher verletztend wirkt. mein erstes plädoyer in dieser frage wäre demnach: lasst uns diese kategorien nicht mehr benutzen.

aus eigenen stücken kann meiner ansicht nach jeder über sich selbst sprechen ob er versucht in harmonie mit gott zu leben. ein anderer sollte das wenn überhaupt nur im direkten austausch mit der betreffenden person – und dann so denke ich – lediglich ermutigend tun. jemandem seine beziehung, sein verständnis des lebens, gottes usw. abzusprechen erachte ich als äusserst fragwürdig.

darüber hinaus würde ich mich fragen, was „verloren“ bedeutet. und eine solche kategorie jemandem ausser mir selbst zuzuordnen halte ich ebenfalls für unmöglich. sicher sollte in diesem kontext auch darüber gesprochen werden, wie gott verstanden wird, was unter sünde und auch heil verstanden wird, was die ganze sache mit dem kreuz bedeuten könnte usw. ich denke erst in einer breiteren auseinandersetzung mit fragen dieser art könnte man zu einem wirklichen dialog darüber kommen, was mit den von yotin angeregten gedanken verbunden wird.

der dialog ist, wie in einem vorigen eintrag hier ausgedrückt, meiner ansicht nach die angemessene gesprächsform unsererseits. wenn wir uns alle als lernende verstehen (und damit meine ich alle), dann können wir über unsere annahmen und positionen reden, können voneinander lernen – müssen andere jedoch nicht von unserer meinung überzeugen oder gar bekehren, sondern leben in dem wissen der stückweisen erkenntnis und würdigen den wahrheitsgehalt jeder aussage.

allerdings möchte ich auch darauf hinweisen, dass es keine einheitliche theologie der emerging church oder der emergenten bewegung gibt. alle die ich kenne, die sich an diesem weiten dialog beteiligen haben ihre eigene geschichte mit theologie und sind nicht bestrebt eine einheitliche theologie oder glaubensaussage herauszugeben. daher ist es wohl am besten, wenn viele unterschiedliche beteiligte an diesem dialog ihre sichtweise mitteilen. denke gerade darüber nach ob man einem solchen geschehen einen gewissen rahmen geben könnte…