Staunen

Ich sitze gerade an der Vorbereitung einer Ansprache in der es auch um einen Vers aus dem Brief an die Römer geht wie er sich in der Bibel findet. Dabei fasziniert mich der Gedanke, dass Paulus diesen Abschnitt geschrieben hat nachdem er eine ganze Zeit mit einem komplexen Thema umgegangen war, abschließend zu dieser Beschäftigung staunt er schließlich darüber auf welche Weise Gott handelt, aber lies selbst:

»O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege! Denn wer hat die Gedanken des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Wer hat ihm etwas gegeben, sodass Gott ihm etwas zurückgeben müsste? Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.«

Römer 11, 33-36

Die Komplexität eines Themas stehen zu lassen und es nicht auflösen und in einfache Antworten packen zu wollen ist ein Aspekt der mir an der Bibel gefällt, ein anderer ist es, trotz unerklärlicher Wege und Verwicklungen über Gott zu staunen.

1 Reaktion

  1. Das erinnert mich an die (übrigens sehr empfehlenswerte) Theologie des Neuen Testaments von Ulrich Wilkens. Beim Nachschlagen habe ich festgestellt, dass er genau diese Verse seinem Werk voranstellt. Bei ihm wird immer wieder deutlich, dass Theologie zu diesem Staunen über Gott führen soll. Theologie ist kein Selbstzweck, sondern soll ins Lob Gottes münden. Und das geschieht bei ihm dann auch immer wieder: Dass seine theologischen Ausführungen in Worte des Lobes Gottes übergehen. Find’s klasse wenn so ein gestandener Theologe das Staunen nicht verlernt hat!

Reagiere darauf

*