The Fidelity of Betrayal II

Heute möchte ich kurz auf das vierte Kapitel des Buches »The Fidelity of Betrayal« von Peter Rollins eingehen. Das vierte Kapitel mit dem Titel »Der Name Gottes« ist zugleich das erste Kapitel des zweiten Buchteils in dem es um »Das Sein Gottes« geht.

Die Frage nach dem Verständnis des Namens Gottes und den daraus folgenden Annahmen ist meiner Ansicht nach das Herzstück dieses Kapitels. In diese Richtung möchte ich einen Abschnitt von Seite 79 als Frage formulieren:

Was wäre wenn der Gottesname aus der Begegnung Moses mit Gott am Dornbusch, poetischer Ausdruck dieser Gottesbegegnung wäre? Hätten wir dann vielleicht Jahrhundertelang fälschlich angenommen dass aus diesem Namen grundsätzliche Aussagen über die Natur Gottes abzuleiten sind? Könnte es sein, dass die Annahme eines poetischen Ausdrucks unsere Erwartungen an den Gottesnamen herunterschrauben? Wäre es denkbar, dass es sich dabei um ein Missverständnis oder einen Deutungsversuch dessen handelt was Mose gerade erlebt hatte? Und ist des weiteren evtl. die Annahme in Frage zu stellen, dass auf dieser Aussage Gott rational erfassbar wird?

Rollins behandelt in diesem Kapitel verschiedene Bedeutungen des Gottesnamens, angefangen mit mystischen Annahmen von innewohnender Kraft im geheimen Gottesnamen bis hin zu einem Abriss philosophischer Gedanken zur Bedeutung des Gottesnamens, der Existenz Gottes und der Menschen. Dabei spricht er auch über Väter unseres Denkens, Grundannahmen westlicher Theologie und fordert die Leser heraus die eigenen Annahmen über Gott grundsätzlich zu überdenken.

3 Reaktionen

  1. Es gibt ja keine eindeutige Interpretation des Namen Gottes; ich glaube zumindest darüber besteht Einigkeit bei allen unterschiedlichen christlichen und jüdischen Deutungsversuchen. Und vielleicht ist es ja gerade diese Vielfalt der Deutungen, die das beste Bild für die Vielschichigkeit des göttlichen Charakters geben… dieser Gedanke amüsiert mich, besonders im Blick auf unsere gelegentliche Versiertheit zum Thema. Kurz gesagt: jede Interpretation ist ein Puzzleteil. Ein befreiender Gedanke!

  2. Hi.
    Über „den“ Gottesnamen hinaus sind wir beim Gleichberechtigungsworkshop vom Forum zu der Frage gekommen, inwiefern unsere menschlich erdachten Gottesnamen(oder besser -beschreibungen) unser Gottesbild prägen und infolgedessen unser Geschlechterverständnis.
    Niemand würde überzeugt vertreten, dass Gott ein Mann ist, jedoch ist dieses Denken durchaus in vielen Hinterköpfen anzutreffen, da viele Gottesbegriffe ihn als männlich beschreiben.
    Natürlich hat sich Gott auf der Erde in männlicher Gestalt inkarniert, aber wahrscheinlich war das in der patriarchalischen Gesellschaft notwendig, um die Fehler der Gesellschaft offenzulegen. hmmm..

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