Oh das ist interessant und überhaupt ein Problem auf dass ich immer wieder stoße (und wenn ich es recht verstehe auch eines von Tobi K.s großen Themen). Mein Beobachtung: ein dezentriertes Selbst führt recht zwangsläufig in eine Haltung der Ironie. Das ist erstmal gut und sympathisch, denn man nimmt sich selbst nicht so ernst. Aber unterwandert es auch die Möglichkeit, sich überhaupt noch ernsthaft an etwas (eine Sache oder eine Person) zu binden, da man ja nie wirklich anwesend ist. Ich habe versucht ohne das Konstrukt Authentizität zurechtzukommen, aber das funktioniert nur bis zu dem Punkt an dem Authentizität erwartet wird, nämlich in engen Freundschaften und Beziehungen. Man braucht also ein Rekonstruktion des Grundanliegens von Authentizitöät ohne den romantischen Balast, das in der inneren Tiefe das wahre Selbst läge welches man nur ausdrücken müsse um glücklich und moralisch zu sein (das nennt Charles Taylor Expressivismus).