DIE DREI BERGE

WIE FUNKTIONIERT APPRECIATIVE INQUIRY EIGENTLICH?

Du stehst auf einer dieser Aussichtsplattformen und siehst vor dir zwei Berge. Der eine leuchtet in seinen schönsten Farben und ist wunderbar zu sehen. Die Sonne scheint ihren Spot direkt auf ihn gerichtet zu haben. Der andere dagegen wirkt, von Nebel und Dunst verhüllt, wie ein Schatten seiner Selbst. Du erkennst auf dem Berg im Sonnenschein all unsere Probleme, alles, was nicht gut funktioniert, alles, worüber wir uns ärgern. Unglaublich gut ist all dieser Mist zu erkennen. Du willst das Fernglas von den Augen nehmen, nur um festzustellen dass du keins in der Hand hast, es muss wohl wieder Fön sein.

Neben dir hörst du einen älteren Herrn davon erzählen dass auf dem verhüllten Berg all das Gute unserer Gemeinschaft zu finden ist. Er sei schon dort gewesen und habe all das gesehen, worauf wir stolz sind, was wir gut können, was gut funktioniert, und all die hervorragenden Erlebnisse, die wir in unserer Gemeinschaft hatten. Ausser ein paar Schatten kannst du jedoch nichts erkennen. Der dichte Nebel gibt den Blick nicht frei. Diesen Nebel wollen wir in dem vor uns liegenden Prozess wegblasen. Wir wollen all das sehen an das sich der ältere Herr erinnert. Es gibt so vieles auf das wir aufbauen können, sagt er.

Der Nebel lichtet sich etwas und du erkennst am Horizont einen dritten Berg. Lediglich seine Silhouette zeichnet sich sanft ab. Er erscheint viel größer und ist um einiges weiter entfernt. Du kannst ihn kaum sehen, aber er ist da. Eine erfahrene Bergsteigerin erzählt davon wie groß der Berg ist. Sie hat ihn schon einmal bezwungen und darauf einiges von dem entdeckt was wir als Gemeinschaft einmal werden können. Du schließt die Augen und fasst den Plan auch diesen Berg in den kommenden Monaten deutlich vor Augen zu bekommen. In dir wächst das Gefühl, wir können diesen Berg gemeinsam erklimmen, wenn wir den Berg unserer Visionen, unserer Fähigkeiten und das Gute unserer Gemeinschaft scharf sehen, dann bekommen wir auch die Kraft für die vor uns liegenden Herausforderungen.

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Ich habe das Bild zum Verständnis von Appreciative Inquiry von Seite 77 aus Matthias zur Bonsen und Carole Maleh, Appreciative Inquiry (AI): Der Weg zu Spitzenleistungen (Weinheim und Basel: Beltz, 2001) etwas freier nacherzählt.

Diesen Text verwende ich nachher als Einleitung für ein kurzes Referat zur wertschätzenden Erkundung. Für Anmerkungen und Kommentare dazu bin ich natürlich wie immer offen…

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