Der christliche Glaube

Seit einiger Zeit mache ich mir immer wieder Gedanken über den Begriff »Glaube« und im Speziellen dann auch in Verbindung mit dem Adjektiv »christlich«. Über das Verhältnis dieses Adjektivs zum passenden Nomen habe ich vor einiger Zeit einen Eintrag geschrieben: Adjektiv vs. Nomen.

Zum Begriff des Glaubens möchte ich in den nächsten Tagen noch ab und an etwas schreiben, da mich das Gefühl nicht mehr loslässt das sich hier eine Verschiebung in der Bedeutung eingeschlichen hat, die weit von dem abweicht was ein Leben im Einklang mit Gott ausmacht. Auf Grund dieses Gefühls gehen bei mir immer wieder innere Warnlämpchen an wenn ich über die Wortkombination »christlicher Glaube« stolpere. Und ich spüre, dass es mir darum in keinster Weise geht.

Ein Leben im Einklang mit Gott beinhaltet so viel mehr als das für-wahr-halten mancher Theorien oder das Entsprechen anderer als wichtig oder gar entscheidend bezeichneten Aussagen. Ein Leben im Einklang mit Gott ist meiner Ansicht nach vor allem eine gelebte Beziehung, ein Leben im Einklang mit Gott, Menschen und Natur. Ein ganzheitliches Leben. Aus diesem Grund verwende ich den Begriff Glaube, auch in seiner Verbindung nicht mehr.

Zu diesen Gedanken werde ich in nächster Zeit etwas mehr schreiben, dabei wird es sicher auch um Gott gehen, etwas Philosophie wird ins Spiel kommen und vielleicht komme ich auch noch auf den Begriff »Mission« zu sprechen. Wir werden sehen wie es sich mit dieser Serie entwickelt. Ein erster Anfang ist hiermit zumindest gemacht.

7 Reaktionen

  1. hallo martin,

    ich bin auch gespannt. vor allem ob es mir gelingt das was ich denke tatsächlich verständlich auszudrücken.

    und grüße zurück.

  2. Moin Daniel,
    hab grad ein Seminar über „Glaube und Zweifel“ von daher kann ich vielleicht auch 1,2 Worte dazu sagen. Inner Reformation war ja Glaube noticia (Kenntnis der Heilstatsachen), assensus (willentliche Anerkenntnis) und vor allem: fiducia (Vertrauen). Durch die Aufklärung ist es in der Dogmatik eingentlich soweit gekommen, dass Glaube immer mehr mit Vertrauen gleichgesetzt wurde und immer weniger mit irgendwelchen Inhalten zu tun hat. So scheint es eher eine große Versuchung zu sein, die Verbindung Glaube-Wahrheit aufzutrennen. Ich denke, Glaube ist viel mehr als Aussagewahrheiten aber ganz bestimmt nicht weniger.

  3. Oh es gibt diesen interessanten aber auch schwierigen Aufsatz von Pannenberg über „Wahrheit, Gewißheit und Glaube“, dort plädiert er für ein hebräisches Wahrheitsverständnis (emet verstanden als Treue/Zuverlässigkeit; für das, was sich in der Vergangenheit als tragfähig erwiesen hat und was sich in Zukunft als tragfähig erweisen wird), dass aber nicht einfach als Alternative zum Griechischen Wahrheitsverständnis dienen kann sondern als Überbietung. Für ihn macht sich Glaube neben den Aspekt des Vertrauens und des Lebensstils (er nennt das dann Gewißen)auch ein Für-wahr-halten. Allerdings nicht von Sätzen sondern vom historischen handeln Gottes in der Geschichte. Für Juden eben der Exodus, für Christen im Besonderen die Auferstehhung. Aber um auf die Frage einzugehen: Glaube als distanziertes Abnicken von Vorgegebenen ist zu wenig.

  4. […] PS: Auf der Heimfahrt habe ich gelesen, dass depone nicht nur von anders.glauben spricht, sondern gleich den Begriff “Glauben” nicht mehr verwenden will. Lest selbst. […]

Mentions

  • anders.glauben at einAugenblick.de

Reagiere darauf

*


To respond on your own website, enter the URL of your response which should contain a link to this post's permalink URL. Your response will then appear (possibly after moderation) on this page. Want to update or remove your response? Update or delete your post and re-enter your post's URL again. (Learn More)