Ich sehe eigentlich alle genannten Punkte auch.

Modifizieren würde ich den sehr gut beobachteten 3. Punkt: Sprachlosigkeit angesichts der zwischen den Fingern zerrinnenden alten Gewissheiten. Ich bin wie du ganz dagegen, hier einfach aus Müdigkeit alte Vorstellungen wieder einschnappen zu lassen. Ich wünsche mir aber auch etwas mehr Aufbruchsstimmung und Erwartung, dass irgendwo tatsächlich neue „Tiefe“ und „Bedeutung“ des Glaubens zu finden ist.

Und ich würde auch schon solch ein „irgendwo“ vorschlagen: Die Bibel. Löst bei evangelikaler Prägung spontan Brechreiz aus, ist aber glaube ich tatsächlich der Ort, an dem nach dem Verlassen des alten Schneckenhauses tatsächlich eine neue Heimat zu finden wäre (denn völlige Heimatlosigkeit halte ich prinzipiell nicht für einen erstrebenswerten Zustand).
Dafür brauchen wir allerdings frische Zugänge zu den Texten, neue Perspektiven, befreite Sicht auf die Vielfalt, Spannung und Verheißung die in der Schrift liegen kann, wenn man ihr ohne die alten Korsette begegnet…