Vielen Dank für eure Kommentare.

Zu deiner Frage Daniel:

Meiner Ansicht nach spricht Küng hier, übrigens auch in Anlehnung an Paulus, davon, dass es uns überhaupt nicht möglich ist die Wahrheit in ihrem ganzen Ausmass zu erkennen.

Das liegt meiner Ansicht nach daran, dass wir Wahrheit immer nur stückweise erkennen können – wir erahnen sie wie durch einen Spalt. Das was wir erkannt haben, halten wir zwar für wahr und auch für Aspekte der Wahrheit. Wir können jedoch nie davon sprechen DIE Wahrheit erkannt zu haben, sie also in ihrer Fülle verstanden zu haben. Aus diesem Grund werden wir immer auf tiefere Erkenntnis hoffen und in dem Bewusstsein leben, dass auch unsere Mitmenschen Aspekte der Wahrheit erkannt haben, auch wenn deren Teile nicht zu unserer Interpretation des Erkannten passen.

Küng spricht in diesem Zusammenhang ja auch davon, dass die ganze Wahrheit zu einem bestimmten Zeitpunkt – den er als die Ankunft des Vollkommenen versteht – offenbar werden wird. Dies folgert er aus den von ihm erkannten Wahrheitsaspekte, ein Angehöriger einer anderen Religion oder eine Athestin würden diese „Offenbarung der Wahrheit“ sicher mit anderen Ereignissen verbinden. Momentan ist es uns Menschen jedoch nicht möglich mit voller Überzeug davon zu sprechen DIE Wahrheit erkannt zu haben, bzw. einer anderen Person absprechen sie liege total daneben.