Die eigene Geschichte im Netz

In letzter Zeit komme ich viel zu selten dazu ein paar Gedanken in dieses Blog zu tippen. All diejenigen, die des Öfteren hier vorbeischauen bitte ich diesbezüglich um Geduld und empfehle euch bei Twitter oder Facebook vorbeizuschauen oder ab und an einen Blick in meine Randbemerkungen zu werfen. Die Gedanken die ich jetzt vor habe hier niederzuschreiben wurden inspiriert durch einen Beitrag des elektrischen Reporters, der sich auch in meinen Randbemerkungen findet.

In der Ausgabe über die Identität im Netz ist die Rede davon, dass wir durch unsere Veröffentlichungen im Internet lernen zu unserer Geschichte zu stehen. Während früher nur für diejenigen unsere Geschichte, und damit sowohl unsere Veränderung/Entwicklung als auch manche Eigenart aus früheren Tagen bekannt war, die uns aus dieser Zeit kannten, kann heute jeder viel weiter in unserem Leben zurück lesen.

So können hier in diesem Blog Einträge aus dem Jahr 2004 nachgelesen werden, und die findige Internetnutzerin kann noch weiter in meinem Leben zurück lesen. Es finden sich Ansichten, Aussagen, Bilder, MP3 von mir in diesem Internet. Ein erstes Mal, als mir diese Tatsache auffiel, war als eine Pfarrerin, mit der ich einen Gottesdienst zu gestalten hatte, auf eine Predigt Bezug nahm, die aus Stuttgarter Tagen stammte, und die sie sich angehört hatte.

Wir verändern uns beständig, und dennoch verhalten wir uns auch weiterhin stimmig zu unserer eigenen Geschichte. Und, wer hätte es gedacht, das Internet hilft uns dabei stimmig zu unserer Geschichte zu leben. Und falls du es nicht als Hilfe ansiehst, so ruft es uns doch Vergangenes in Erinnerung und fordert uns dazu heraus Stellung dazu zu beziehen.

Und in all dem werden wir nach und nach die Definition dessen, was es bedeutet in Kontakt zu sein oder in Beziehung zu stehen, überdenken und eventuell weiter fassen.

1 Reaktion

  1. Stimmt, so genau habe ich darüber noch gar nicht nachgedacht. Was wir anhand unserer Geschichte im Netz ebenfalls betrachten können ist, wie sich Standpunkte ändern und gewisse 100%-Überzeugungen durchgerüttelt und flexibler gestaltet werden. Spannend.

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