Daniel, vielen Dank für Deine Gedanken. Interessanterweise erwischt Du mich da bei eihem Thema, das ich immer wieder durchdenken muß und was natürlich an Karfreitag besonders präsent ist.

Irgendwie habe ich immer wieder theologische Sachen zur Deutung des Todes Jesu gelesen oder in der Uni belegt, aber es hat noch nicht so zündend „klick“ gemacht. Deine Anfrage geht ja in Richtung Barth und seine Versöhnungslehre. Zugegebenermaßen habe ich die bislang als recht positiv empfunden, erschien mir gut nachvollziehbar. Deine Facette finde ich aber ähnlich interessant und vermutlich ähnlich wahr.

Mich beschäftigt derzeitig eher die juristische Facette, also die klassische Rechtfertigung des Menschen durch den stellvertretenden Tod Jesu, sozusagen die Sühne. Nicht, daß ich es nicht glauben kann; es ist wohl eher ein Noch-Nicht-Ganz-Verstehen-Können. Rein logisch kann man es sicherlich darlegen, exetisch mit Paulus natürlich auch wunderbar. Aber irgendwo auf dem Weg stößt etwas bei mir auf Widerstand. Sicherlich fängt es bei Augustins Erbsündenlehre an, womit ich meine theologischen Schwierigkeiten habe, je länger ich mich mit dem jüdischen Weltbild und Hermeneutik beschäftige. Aber ich muß jetzt mal nach und nach herausfinden, was für mich persönlich am nachvollziehbarsten ist.

Vielleicht habe ich aber auch nur zuviel Brian McLaren gelesen und/oder bin von der Uni liberalisiert…

Vielen Dank jedenfalls für deinen Gedankenanstoß!