Wie glauben leben?

Wie Glauben leben? - Teilnehmer des Podiums

Letzten Donnerstag hatte ich die Ehre auf einem Podium zu der Frage »Wie Glauben leben?« zu sitzen. Das Podium war eines von vier in der Hauptpodienreihe »Was uns glauben lässt« auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag. Wie das Bild hier oben zeigt, saß ich mit einem meiner theologischen Vorbilder Hans Küng, dem sehr sympathischen Harald Lesch und einem serbisch-orthodoxen Erzdiakon Zoran Andric auf diesem Podium. Das Podium wurde von Johannes Röser moderiert und von Andy Lang und Friends musikalisch umrahmt.

In einem zwanzigminütigen Referat sprach Hans Küng über Grundanliegen seines Glaubens. Dazu wählte er einen trinitarischen Ansatz, und verband persönliche Notizen treffend mit wünschen für gelebten Glauben und Seitenhieben Richtung Amtskirche. Aus diesem Referat stammt auch der Hinweis auf eine neue Reformation zur Einheit der Kirche, die beispielsweise auf sueddeutsche.de Erwähnung findet. Ähnlich wie in seinem offenen Brief an die Bischöfe, regte Küng auch hier an, dass die neue Reformation eine Bewegung des Kirchenvolkes, der Theologen und der Bischöfe sein müsse, und dass man nicht mehr auf Reformen von Rom warten könne.

Im Anschluss an dieses Referat fand die Gesprächsrunde auf dem Podium statt, die stark von den Fragen des Moderators geprägt war. Nach einer kurzen Vorstellung aller Beteiligten folgten Fragen dazu, wie die Einzelnen Glauben lebten, welche Verbindungen es zu ihrem Alltag gebe und was ihnen Hoffnung bedeutet. Die Präsenz der Fragen verbunden mit der Bereitschaft der Beteiligten nicht auszubrechen, führte dazu, dass es bei dem Podium nicht zu einem Gespräch der Beteiligten kam, sondern es eher den Anschein einer Fragerunde machte. Dies wurde sowohl in der Kirchentagszeitung als auch auf Twitter angemerkt. Auch wenn ich an der einen oder anderen Stelle gerne einen direkten Kommentar hätte abgeben wollen – bspw. zur Frage nach Liturgie – was ich jedoch nicht tat, gaben mir die Fragen eine gute Orientierung und halfen mir dabei mich tatsächlich am Gespräch zu beteiligen. Wäre ich nicht so direkt gefragt worden, hätte ich evtl. weniger beigetragen.

Persönlich habe ich mich sehr über die Begegnungen mit Hans Küng und Harald Lesch gefreut. Ein Augenzwinkern mit Hans Küng auszutauschen, und die nette unkomplizierte Art von Harald Lesch so direkt zu erleben, haben mir neben ihrer außerordentlichen sachlichen Kompetenz auch ihre Menschlichkeit und ihren gelebten Glauben eindrücklich vor Augen gemalt.

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Lars hat einen ausführlichen Eintrag in sein Blog getippt und dabei die Aussagen des Podiums inhaltlich verbunden – wer sich also für die inhaltliche Seite der Veranstaltung interessiert sollte dorthin gehen uns lesen.

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Das Bild oben borge ich von der Seite der katholischen Pfarrgemeinde St.Pius in Augsburg-Haunstetten. Falls jemand von euch weitere Bilder findet, freue ich mich natürlich sehr über einen Hinweis.

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