@Daniel. Hmmm, die Frage ist: was ist Deine praktische Schlussfolgerung aus der These, wir sollten einen „agnostischen“ Zugang zur Bibel haben?

Die verschiedenen Bilder Gottes in der Bibel sind ja kein Widerspruch, sondern ergaenzen sich zu einem Gesamtbild. Gott hat verschiedene Charakterzuege. Diese sollten wir versuchen, kennenzulernen.

Dass wir Gott nicht umfassend erkennen koennen, liegt einfach daran, dass Gott unendlich ist, und wir klein und begrenzt.
In dem Masse, in dem Gott aber beschlossen hat, sich uns zu offenbaren, koennen wir Ihn erkennen. Oder siehst Du das anders?

Begrenzende Faktoren sind u.a.: die Suende (denn die benebelt unsere Sinne). Und mangelndes Studium der Heiligen Schrift.
Erkenntnis Gottes gibt es ja durch den Heiligen Geist. D.h. wir sollten versuchen, den Heiligen Geist nicht zu betrueben.

Agnostizismus hiesse ja: man kann Gott gar nicht erkennen. Das ginge meines Erachtens viel zu weit.

(Sonst koenntest Du den Agnostizismus ja auch auf jede andere Erkenntnisquelle anwenden: Vernunft, Empirie, Intuition, etc. – wir wuessten am Ende gar nichts).

In Johannes 17, 3 sagt Jesus ja: „Und das ist das ewige Leben, dass sie dich KENNEN, den einzigen wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus“. D.h. Jesus geht nicht vom Agnostizismus aus, sondern dass wir Gott erkennen koennen.

In Psalm 25 heisst es ja: er weist Suendern den Weg; denen, die ihn fuerchten, offenbart er sich.

Jeremia 24,7: Ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich KENNEN sollen.

Da steht also nicht: Ich will ihnen ein Herz geben, mit dem sie mich kennen KOENNTEN, denn leider wissen sie ja nicht, ob ihre Grundannahmen wahr sind; sie wissen ja nicht, ob ihre Vernunft genuegend vertrauenswuerdig ist, ueberhaupt rational verstehen zu koennen, was geschrieben wurde etc…

Nein, die Bibel macht das nicht so kompliziert wie wir.

Wenn man sich zu sehr auf den Menschen und seine Erkenntnisfaehigkeit, bzw. den Prozess des Erkennens fokussiert, kann man sich schnell verlieren in ein „Schwarzes Loch“, bzw. sich in Labyrinthen verirren.
Besser ist, man fokussiert sich auf Gott und denkt sich: WENN Gott existiert, und mit uns kommunizieren wollte, dann konnte er das auch genuegend klar tun, u.a. durch die Heilige Schrift.

Man kann natuerlich alle „Common Sense“ Grundannnahmen in Frage stellen, aber das fuehrt letztlich nicht weiter. Der Dekonstruktivismus muss ja, wenn er konsequent ist, sich schliesslich auch selber dekonstruieren und widerlegt sich damit ja selbst.

Also ganz praktisch: wenn wir Gott mehr erkennen wollen, sollten wir unsere Zeit mit der Heiligen Schrift, in der Anbetung, und im Gebet ausweiten. Wenn wir denken, wir haetten Gott nicht genuegend erkannt, beten wir einfach zu Gott um mehr Offenbarung, um den „Geist der Weisheit und des Verstandes“ etc. (Epheser 1, 15-23) und dass wir die Liebe Gottes noch mehr erkennen koennen (Eph 3, 19 etc.).

Okay, Gottes Segen bei der Suche nach Gott ! :-)