Notiz der Woche 39

Wer in Zeiten guter Arbeitsauslastung „nebenbei“ die Küche renoviert, der kann die „Work-Life-Balance“ getrost in den Urlaub schicken. So könnte sich mein Fazit der letzten Woche in einem Satz anhören.

Der Boden unserer Küche musste grunderneuert werden. Das war schon eine ganze Zeit abzusehen, in dem Zeitfenster, das wir eingeplant hatten, wurde es dann leider nichts, und so sollte es in KW 39 geschehen. Also räumten wir die komplette Küche aus. Frau und Kinder wurden bei den Großeltern aufgenommen, und ich kehrte in eine Wohnung zurück, die ihren Charme mit der Ungeschminktheit einer Baustelle getauscht hatte.

Im Laufe der Woche wurde mir bewusst, wie viel meiner inneren Ruhe von einer wohnlichen Umgebung, und der Gesellschaft meiner Liebsten abhängt. Das schreibe ich in dieser Reihenfolge, da mir schon von Anfang an klar war, dass ich sie vermissen werde, dass dies jedoch durch eine Baustelle in der Wohnung noch potenziert würde, hatte ich so nicht gedacht. Sehr gut war, dass ich einige sehr gute Begegnungen mit den netten Menschen hier im Haus hatte. Leckeres Essen und gute Gespräche waren Balsam für meine aufgekratzte Seele.

In der zweiten Wochenhälfte war ich tagsüber in der Küche beschäftigt, um mich dann gegen Abend noch für eine Nachtschicht an den Rechner zu setzen. Am Samstag hätte ich mir dann gewünscht, dass die Küche Ebenen hätte wie meine Photoshop-Projekte. Diese hätten mir die Möglichkeit geboten, mit einer Farbüberlagerung die richtigen Bereiche mit der entsprechenden Farbe zu versorgen. Apfel-Z eingeschlossen.

Während ich so in der Küche arbeitete, verfolgte ich die Geschehnisse in Stuttgart aufmerksam via Radio. Ich hörte davon, wie die Situation eskalierte, war bestürzt und traurig. Dann verabschiedete die Regierung auch noch die Laufzeitverlängerung, und ich dachte – in so einem Land will ich eigentlich gar nicht leben. Nur um wenige Minuten später darüber unterrichtet zu werden, dass es amerikanische Radiosender gibt, die extra Studios in Deutschland einrichten, um zu beobachten wie positiv sich unsere Wirtschaftslage entwickelt. Bizarr.

Mittlerweile habe ich wieder im Kreise der Familie leckeres Essen von unserem Herd genossen, einen Kaffee auf dem Sofa sitzend getrunken, und die innere Ruhe wieder begrüßt.

Nebenbei saß ich letzte Woche noch an der NUN-Kasse, und habe mit September Leaves und einem begeisterten Publikum das Manifest der Freundschaft gefeiert. Mit Musik der härteren Gangart beschäftigt sich ein Gemeinschaftsblog, das Sascha, Martin und ich ebenfalls seit letzter Woche pflegen, Metall0phon heißt es, und hat auch einen Twitter-Account.

In diesem Sinne, eine gute KW 40 …

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