Es scheint mir, dass dem Eingangsabsatz zu viel Bedeutung zukommt. Was wollte ich damit sagen – ohne die ganze Geschichte darzulegen: Wenn man innerhalb einer Gruppe von Menschen lebt, die eine bestimmte Sicht von Gott und Christsein hat, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die eigene Sicht der Dinge diesen Annahmen nicht 100% entgegen steht. Wenn diese Gruppe zu dem Schluss kommt, dass Gott gegen Homosexualität ist, und es diesbezüglich nicht möglich ist gleichzeitig Homosexuell und Christ zu sein, dann kommt man spätestens dann in eine schwierige Situation, wenn man bei sich selbst eine gewisse Neigung zu Homosexualität feststellt. In diesem Sinne stellt sich vor allem die Meinung über Gott, die man selbst im Zusammenhang mit der Gruppe verinnerlicht hat, zwischen einen und Gott. Es geht hier, meiner Ansicht nach ganz und gar nicht darum einen alten greisen gnädigen Gott zu wollen, der alles gut findet. Aber es ist sehr schwer, zumindest sehe ich das so, eine andere Perspektive zu entwickeln, wenn man nicht Menschen in seinem Umfeld hat, die einen dabei unterstützen in eine andere Richtung zu denken. Und genau so habe ich das auch gemeint. In anbetracht der scheinbar ausweglosen Situation erschien der Frau der Zugang auf Grund ihrer Homosexualität verstellt – was nicht heißt, dass sie ihm abgesagt hat … Und genau hier setzt auch meine Kritik an, aus meiner Sicht ist es dringend notwendig weiter in Richtung einer lebensbejahenden Theologie zu arbeiten, die sich nicht aus Verboten und Tabus nährt, sondern Liebe verkörpert.