danke für diesen zweiten rückblick, daniel.

ist es denn so wichtig, ein ganz breites spektrum zu haben? und wäre es schlimm, wenn emergent deutschland vor allem fragestellungen aufgriffe, die im weitesten sinne aus der auseinandersetzung mit einem evangelikalen „erbe“ (andere würden „mist“ sagen) erwachsen?

niemand sollte leichtfertig behaupten, der dritte sei gefunden und umgesetzt. eher gibt es durch das alter der grosskirchen eine gewisse routine, die mehr dazu herausfordert, pragmatisch zu handeln und dinge anzugehen. man „steckt so drin“, dass man vielleicht eher überleben will etc. als sich nach was ganz anderem zu sehnen, was noch nicht konkret ist. und erst noch emergieren muss.

hey, vielleicht bin ich wirklich ein soft liberal mit neugier in sachen spiritualität und komme aus evangelikaler sicht in die hölle? – ab einem gewissen alter fühle ich mich wenig herausgefordert zu schauen, ob ich vielleicht etwas zu einseitig geworden bin.

habe überlegt, auf welche weise mich – nenen wir es grob – „die gegenseite“ herausfordern könnte. also es könnten mir evangelikale christen ja sagen, ich solle mehr von jesus reden und seine herausragende bedeutung für ein gelingendes leben unterstreichen und missionarischer sein etc. so funktioniert das aber nicht. denn ich würde dann gar nicht zuhören.

ich denke: eigentlich ist es schon etwas ganz grosses, dass man sich gegenseitig wertschätzt und gemeinsam mal etwas macht und zeit verbringt, z.b. auf einem forum. das ist das eigentliche, wo die polaritäten gemeinsam auf einem dritten weg wandeln: mit den anderen zusammen. in diesem wechselspiel des austausches, aber nie so, dass ein dritter weg, der ganz anders ist, gefunden wird und streng nach plan abgearbeitet werden kann.