Bücher vernetzt denken

Zu Weihnachten bekam ich erfreulicherweise das Buch »I Live in the Future« von Nick Bilton geschenkt. Ich hatte es mir irgendwann auf den Amazon-Wunschzettel gesetzt, als ich etwas darüber gelesen hatte. Bereits bei der ersten Berührung war ich davon begeistert. Die gebundene Ausgabe fühlt sich sehr wertig an, und die unterschiedliche Schnittlänge der Seiten gefällt. Beim Öffnen des Buches fiel mir ein QR-Code auf der ersten Seite eines jeden Kapitels auf (Hier gehts zum Inhaltsverzeichnis). Scannt man diesen Code mit dem Smartphone gelangt man zu einer Seite mit zusätzlichen Informationen zum Thema des Kapitels. Auf diesen Seite gibt es auch die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben.

Dieses Vorgehen gefällt mir sehr gut. Bilton schreibt darüber, dass wir dazu neigen viele Tätigkeiten gleichzeitig zu machen, dies ist jedoch dann besonders gewinnbringend, wenn die unterschiedlichen Tätigkeiten in einer Beziehung zueinander stehen. Durch die Verbindung von Buch und Webseite ermöglicht er eine Interaktion mit den angesprochenen Themen, die auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden, und gleichzeitig dazu beitragen sich intensiver mit dem Thema auseinander zu setzen. Er unterstreicht die angesprochenen Themen durch das gewählte Vorgehen, und handelt gemäß einer Aussage, die ich hier zitiern möchte:

»People who make their living telling stories will feel more and more pressure to create experiences that offer multiple layers of content, additional social feedback from a community with shared interests, threaded topics, and true interaction. If they don’t, they may capture only their audience’s partial attention.«

Quelle: Nick Bilton, I Live in the Future & Here’s How It Works, 223.

Diese Gedanken lassen sich meiner Ansicht nach auch über das Schreiben von Büchern hinaus anwenden. Bei manchen Veranstaltungen findet diese Art der Vernetzung bereits statt, im Unterrichtsbetrieb taucht sie ebenfalls auf. Die Konzeption dieses Buches wirkt auf mich bisher als die durchdachteste Vernetzung dieser Ansätze.

Mit einem Blog zu einem Buch habe ich ja auch schon ein-/zweimal – weniger erfolgreich – experimentiert. Der Gedanke die Fußnoten auf eine Seite mit zusätzlichen Informationen, weiterführenden Links, Videos und der Möglichkeit Kommentare zu schreiben auszulagern erscheint mir ein guter Schritt in die richtige Richtung zu sein. Diese Seiten könnten in der Tat die Lektüre des Buches bereichern und stehen in direkter Verbindung zu den Kapiteln, führen das angesprochene also fort, und haben daher nicht ihr Eigenleben, das wiederum vom Inhalt des Buches gelöst ist.

3 Reaktionen

  1. Ah, QR-Codes, danke für das Stichwort! Wollte das schon länger mal angehen, Printsachen über QR-Codes mit dem Web zu verknüpfen. Hatte das wieder aus den Augen verloren. Bis zu diesem Artikel hier ;o)

    Vielleicht ist das Eulen nach Athen und so: Falls du selbst QR-Codes erzeugen willst geht das sehr einfach mit der Google Chart API. Ein Bookmarklet, welches diese nutzt, findest du z.B. hier: http://servletsuite.blogspot.com/2008/11/qr-code-bookmarklet.html

  2. Würde in einem Buch wohl auch die Adresse ausschreiben, um nicht nur die Smart-Phone-Nutzer anzusprechen.

    Mit QR-Codes zu experimentieren finde ich allerdings auch weiterhin interessant. In diesem Zusammenhang gefiel mir auch ein Kommentar unter dem von dir verlinkten Eintrag. Dort wurde darauf hingewiesen, dass sich ein QR-Code ganz einfach dadurch erzeugen lasse, wenn man an eine mit dem Google-URL-Shortener erzeugte Kurz-URL ein .gr anhängt.

  3. Klar, der QR-Code kann den normalen Link nur ergänzen, nicht ersetzten.

    Das mit dem Google-Shortener hab ich auch gesehen, frag mich aber, was das bringt. Schneller als mit einem Klick über ein Bookmarklet bekommt man den Code nie. Und der Vorteil am direkten Weg ist noch die Konfigurierbarkeit des QR-Bildes über die GET-Variablen. Nur so Gedanken…

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