Ich glaube am Ende ist die Sache fuerchterlich einfach. Keiner mag gerne eine „Ja aber…“ Entschuldigung oder gar einen „Ja aber…“ Ruecktritt. Darauf zu verweisen, dass man Familienvater und berufstaetig ist, wodurch eben Fehler passieren koennen, ist eine „Ja aber…“ Entschuldigung. Darauf zu verweisen, dass die Gorch Fock Affaere die Ereignisse in Nordafrika haette in den Hintergrund ruecken lassen, ist zum einen ein „Ja aber…“ Ruecktritt, zum anderen teile ich diese Einschaetzung nicht. KTGs Verhalten in solchen und vergleichbaren Situationen nenne ich pathologisch. Umgekehrt muss jemand der vollkommen bei sich ist (im Sinne von in sich ruhen), nicht permanent auf aeussere Umstaende oder gar Personen und Personengruppen verweisen. Im Gegenteil – eine solche Person kann Fehler im vollen Umfang eingestehen, ohne dabei Kompromisse machen zu muessen. Ist ein Minister mit pathologischem Verhalten, der nicht vollkommen bei sich ist und stattdessen permanent bei anderen, tragbar? Ich meine nein! Folglich ist es nun gut dass KTG den Cem Özdemir gemacht hat. Dies gibt ihm die Gelegenheit, wahrhaftig in sich zu gehen, ohne permanent um das auf hochglanz polierte Image fuerchten zu muessen.