Hi Daniel,

Emotionen gibt es viele rund um diesen Begriff und wir immer sind die eigentlichen Fragen tiefer liegend und viele Ebenen sind angesprochen und verknüpft – es gibt kaum irgendjemand (ein Individuum, ein Staat, eine Institution), der nicht auf einer Mission ist, oder? Egal wie ihr Inhalt aussehen mag. Wenn man „das Medium ist die Botschaft“ ernst nimmt und die Tatsache, dass man nicht NICHT kommunizieren kann wird meine Art zu leben, meine Ansicht immer den anderen, der anderer Ansicht ist durch meine Existenz hinterfragen. Meine Lebensbotschaft also stellt die Frage wie der andere zu ihr steht. Positiv, Negativ, gleichgültig. Als soziale Wesen müssen wir uns in einem Chaos von Stimmen und Missionen orientieren und minütlich Entscheidungen treffen, ob die Mission der „Anderen“ mein Leben betrifft oder nicht. Ich kann Schmidts Aussage geschichtlich verstehen und teilen, will aber selbst meine Mission, genau wie meine Kommunikation umso deutlicher und vor allem gewaltfrei gestalten. Die Jesuiten oder die angesprochenen Religionskriege propagieren Überlegenheit und gewalttätige Mission (wie auch immer Gewalt in diesem Zusammenhang definiert sein mag, physisch, psychisch, intellektuell, …) In aller Demut muss ich mit Visser’t Hofft sagen, dass tolerant nur der sein kann, der einen festen Standpunkt eingenommen hat. Dieser feste Standpunkt kann beides sein: Positiver Dialogpartner oder kritisch zu hinterfragender Exklusivismus („ich habe Recht“).
Mein Fazit und meine Emotionen zu Mission ist: Ich bin ich und zu mir gehört Kommunikation, durch das Medium meines Lebens und diese Kommunikation wird Ausdruck der Mission sein, der ich mich zugehörig fühle: Der Missio Dei. Das ich an dieser Mission nur unzureichend und mit dem Wenigen, das ich von ihr durchdrungen habe, angehören kann braucht kaum noch ausgesprochen zu werden. Dennoch bin und bleibe ich Missionierender im oben genannten Sinne. Ich bin versucht zu sagen: Hier stehe ich nun, ich kann nicht anders, bin mir aber mancher interessanter Konnotationen dieses Satzes bewusst. ;-)
Soweit meine Assoziationen zu „Mission“.