Das ist hier ja mehrheitlich Contra-Tanzverbot. Meine Frage: Hat das Tanzverbot schlechte Auswirkungen? Hat es keine gute Auswirkungen?
Klar, im Alter von 20 Jahren fand ich das blöd, dass die Disco an diesem Tag geschlossen hatte. Dann hat man eben mal etwas anderes unternommen. In der Regel hieß das, der Abend wurde ruhiger als andere Freitag, weniger Alhohol und laute Musik, mehr Gespräche mit Freunden.
Natürlich führt ein Tanzverbot nicht automatisch und grundsätzlich zu einer persönlichen Besinnung auf wahre Werte, zu einem Denken an Gottes Tat und mein eigenes Wesen, schon gar nicht in einer säkularisierten Gesellschaft. Aber dennoch: Es nimmt mich aus meinem normalen Rythmus, aus Karfreitag wird etwas anderes als ein ganz anderer freier Tag. Es erinnert mich, dass es mehr gibt Arbeitstage und arbeitsfreie Tage, dass es zumindest sinnvoll ist, mal innezuhalten. Wenn das dazu führt, dass Leute mit MP3-Playern lautlos tanzen – ist doch schön! Lieber eine kreative Protestaktion, als dass keiner mehr wahrnimmt, dass wir ein christliches Erbe haben hinter dem vielleicht sogar ein lebendiger Gott stecken könnte. Protest ist sicher nicht die schlechteste Reaktion auf Glaube. Ich bin sicher kein Mensch, der sehr an Traditionen hängt, glaube aber, dass manche Traditionen Positives bewirken können. Mir hat Karfreitag gutgetan.