Danke, Daniel.
Ich denke tatsächlich, dass sich das gar nicht widersprechen muss. Zu der Wiederholung, an die ich gedacht habe, braucht es notwendigerweise Improvisation. Vielleicht hilft die Übersetzung: im Englischen wird diese Art der Wiederholung „retrieval“ genannt, nicht „repetition“. Es geht darum, verloren gegangene Bedeutungsschichten wieder freizulegen, es geht aber auch darum, den Weg zu markieren, der in dem Denken liegt, der aber „damals“ nicht gegangen worden ist. Und es geht darum die eigene Zeit im Licht von einem anderen Denker (oder einer Strömung etc) zu sehen. Wiederholung kann also auch heißen, dass man sagt: das Christentum ist diesen Weg gegangen und hat den anderen Weg ausgeschlagen, wir versuchen genau diesen andere Möglichkeit, die im Christentum angelegt war offen zu legen.