Vielen Dank für deinen Kommentar Martin. Ich kann deine Überlegungen sehr gut nachvollziehen.

Die Hilfe ist Hilfe, klar. Dennoch trägt sie eher dazu bei das bestehende System zu stärken, notleidenden Menschen geht es besser, sie bekommen die Möglichkeit einer Zukunft (Hoffnung). Žižek würde dazu wohl auch sagen, dass sie durch diese Hilfe nicht aufbegehren, keinen Umsturtz anzetteln, sondern in der bisherigen Rolle – innerhalb des ungerechten System – bleiben. Wenn ich Žižek richtig verstehe, dann wünscht er sich eher einen Umsturz, eine Systemänderung als leichte Verbesserungen.

Man kann die Wohltätigkeit, nicht nur der erwähnten Reichen, auch als eine Art Ersatzhandlung verstehen. Wir tun Gutes, helfen bei konkreten Notsituationen, nehmen unsere soziale Verantwortung wahr, und bekommen dadurch auch ein gutes Gewissen. Dieses gutes Gewissen ermöglicht es uns aber auch genau so weiter zu machen wie bisher – das ungerechte System – die Grundlage dessen weshalb unsere Hilfe erst nötig wurde (bspw. eine Katastrophe in einem weniger entwickelten Land, das ja auch „klein gehalten wird“) – kann weiter bestehen bleiben, schafft weiter Ungleichheit.

Wichtig ist wohl, dass es sich bei der Hilfe nicht um Ersatzhandlungen handelt. Ich verstehe Žižek so, dass wir uns nicht auf die naheliegende Notsituation stürzen sollen, um Abhilfe zu schaffen, sondern die Zeit und Energie aufbringen grundlegendes zu bedenken …

Was denkst du dazu?