Geborensein

Advent kann dabei helfen unser Geborensein zu reflektieren. In dieser Zeit der Erwartung des zur Welt Kommens Gottes in Jesus, können wir neu über Maria nachdenken. Eine junge Frau in deren Leib Jesus heranwuchs. Auch darüber wie diese Schwangerschaft für sie und ihren Verlobten Joseph war. Und während wir dabei auf das Eingehen Gottes in das Bezugsgewebe der Menschen stoßen, erkennen wir unser eigenes Sein als Geborene. Menschen die von einer Mutter geboren wurden, und Zeit unseres Lebens immer in Bezogenheit frei sind:

Wir alle kommen aus lebendigem Leib und bleiben zeitlebens abhängig von Luft, Wasser, Erde und allem, was sie hervorbringen, von anderen Menschen, von Traditionen und Liebe. Das Geborenwerden als Ende der Verwobenheit in den Leib einer ANDEREN zu denken, mag ein trügerisches Gefühl der Befreiung erzeugen, wird aber den Tatsachen nicht gerecht. Denn alle bleiben, bis sie sterben, verwoben in den Leib der Welt: in den Kosmos, die Sprache, ins Herkommen, ins Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten. Abnabelung findet statt, insofern an die Stelle des Mediums Mutterleib die Fähigkeit tritt, direkt mit der Welt in Beziehung zu treten. Sie findet nicht statt im Sinne der losgelösten Freiheitsidee, um die das schwangerschafts- und geburtsvergessene westliche Denken bis heute kreist.

Quelle: Ina Praetorius, Gott dazwischen, Seite 33.

Einen spirituellen Erlebnisraum zum Advent vorbereitend, denke ich gerade über Geborensein und Freiheit in Bezogenheit nach. Mir scheint als gewönnen für mich dadurch Advent und Weihnachten eine neue Bedeutung …

2 Reaktionen

  1. Gefällt mir gut, was ich hier gelesen habe. Gerade der Bezug zur Freiheit & dem Verbundensein war mir so noch nicht bewusst, leuchtet aber ein.

  2. wir sind mit der welt verwoben, aber auf eine besondere art auch losgelöst von ihr, erlöst. weihnachten wird eben nicht wie media markt uns vorgeben möchte am baum entschieden, sondern am kreuz. in diesem sinne wünsche ich eine erfüllte adventszeit.

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