Schönheit

Jesse Rosten hat ein interessantes Adbusting-Video produziert. Er wirbt darin für ein neues Beauty-Produkt namens »Fotoshop by Adobé« und schreibt dazu:

»This commercial isn’t real, neither are society’s standards of beauty.«

Ich finde diese Aussage sehr gut und treffend. Das Schönheitsideal unserer Gesellschaft, und damit auch unseres (zumindest meines) ist unrealistisch, da wir morgens im Spiegel nicht mit den »Photoshop-Werkzeugen« das Idealbild erstellen, bzw. die Falten der Nacht und des Lebens korrigieren können.

Diese Ideale komplett zu ignorieren ist meiner Ansicht nach nicht möglich.
Wie geht ihr damit um?

5 Reaktionen

  1. Schwierig. Ich hasse dieses Glattgebügelte und dass man es als „schön“ empfindet, nur, weil man ständig damit konfrontiert ist.
    Und ich finde es traurig, dass es vielen nicht bewusst ist. Dass viele doch tatsächlich glauben, dass die Stars und Starlets so aussehen.

  2. Danke für den Beitrag, Daniel. Eben las ich einen Artikel in der TAZ, der dazu passt:

    http://www.taz.de/Silikon-und-Ideale/!85422/

    Das Ideal ändern: bitte, gerne! Das wird schätzungsweise leider nicht von heute auf morgen gelingen. Bis dahin kann ich schon mal versuchen meine persönliche Einstellung zu optimieren. Vielleicht brauche ich als Betroffener Strategien, wie mir das unerreichbare Ideal gleichgültiger wird und wie ich es schaffen kann, zu meiner Natur zu stehen. Gegenseitige Bestätigung und Wertschätzung kann hierbei sicher ein Schlüssel sein.

    Als Designer, Künstler, Ästhet etwas zu schaffen, das nicht klinisch perfekt sein will, erfordert meiner Meinung nach sehr viel Mut. Oft entsteht gerade daraus eine natürliche Lebendigkeit, welche ein Kunstwerk nahbar und ehrlich wirken lässt. Ohne dabei seine Schönheit einzubüßen.

    Um dafür ein etwas bekannteres Beispiel von vielen in der Musik zu nennen: das Album For Emma Forever Ago von Bon Iver.

    Den Diskurs von der medizinischen in die kulturelle/soziale Ebene zu bewegen erscheint mir in jedem Fall sinnvoll.

  3. Die idealisierte Darstellung von Menschen in den Medien und in der Kunst ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Der römische Kaiser Augustus etwa ist 76 Jahre alt geworden – von ihm existieren aber ausschließlich idealisierte Porträts, die ihn in jugendlicher Blüte zeigen. Gibt es klassische Gemälde, die eine Frau mit Schwangerschaftsstreifen oder Cellulite zeigen? Erst in jüngster Zeit gibt es in der Kunst die Tendenz, Hässlichkeit zuzulassen. Sicher als Gegengewicht zum glatten Mainstream.
    Es liegt doch in der Natur des Menschen, sich an einem Ideal zu orientieren, das weitestgehend unerreichbar ist. Wichtig ist, sich immer darüber im Klaren zu sein, dass es ein IDEAL (ein Vollkommenheitsmuster) ist und die Realität anders aussieht. Ideal ist nicht real. Kann nicht real werden.

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