Milch und Zucker

Auf Sprudge Las ich kürzlich einen Artikel mit der Überschrift „Bad“ Coffee, in dem sich folgendes Zitat befand:

“At the ingredients bar folks can taste exactly how cream and sugar make bad coffee taste better by masking it, and delicious coffee taste worse by diluting it.”

Die, auf der CoffeeCommon-Seite geäußerte Meinung teile ich. Kaffee, der an sich nicht so gut schmecken würde, lässt sich mit Milch und Zucker verbessern, Kaffee jedoch, der an sich schon sehr lecker ist, verliert durch Milch und Zucker an Geschmack.

In dem eingangs erwähnten Artikel fuhr Llewelyn Sinclair damit fort, dass sie den Begriff „schlechter Kaffee“ in Frage stellte. Zum einen berief sie sich auf die Frage des Geschmackes und thematisierte die Arroganz von Kaffeegenießern – wie mir – die eine Bohne mit weniger Aroma direkt als schlecht bezeichnen und verwies auf die Notwenigkeit der Kaffeebauern vom Erlös des Kirschen-/Bohnenverkaufs zu leben.

Ich stimme ihr in ihren Anfragen zu, und würde dennoch auch obiges Zitat unterstützen, und zwar insofern, dass es sich, meiner Ansicht nach lohnt eine aromatische Bohne ohne Milch und Zucker zu genießen. Kaffee aus solchen Bohnen bietet schon eine ganze Menge eigener Aromen, die durch Zugabe von Milch und Zucker überlagert werden.

Gleichzeitig werde ich weiterhin, Kaffee der mir von Bohne und Zubereitung nicht zusagt mit Milch und Zucker veredeln.

Wie haltet ihr das?

3 Reaktionen

  1. Ich denke auch dass es sich so verhält wie im Zitat beschrieben. Das erste was ich (als Kind) mit Kaffee assoziierte war ein bitterer Geschmack. Ich kannte eh nur Filterkaffee. Ich trank keinen Kaffee bis ich 26 war. Ich versuchte immer wieder mal nen Schluck – ohne Erfolg – selbst Tiramisu war mir zu wider. Da aber alle um einen herum ständig von Kaffee schwärmen versucht man es eben doch immer wieder. Erst nur ein paar Tropfen in viel Milch, Kakao und Zucker. Anfangs eher eine Ausrede drei Löffel Zucker in flüssiger Form konsumieren zu können.
    Die erste Tasse, die Du mir aus der Chemex serviert hast war daher schon so etwas wie eine „Offenbarung“ für mich: Sie war nicht bitter – und sogar für mich zu geniessen. Ich musste nicht mal so tun als ob: Sie hat geschmeckt.

  2. Hi Daniel… eine interessante Frage! Ich stimme Teil 1 des Zitates eingeschränkt zu, Teil 2 komplett. Seitdem ich Kaffee trinke, ist der schwarz. Am Anfang war der – wie bei Marc – bitter & billig. Später hab ich herausgefunden das es gigantische Variationen gibt. Probiere es immer wieder mit Milch, kannst du aber vergessen.
    Interessant war dabei was ich in Australien gelernt hab, speziell der Kaffeefrinschmeckerhochburg Melbourne.. da wird nie irgendetwas gefiltert. Sondern ausschließlich auf 1 Tasse heißes Wasser ein frischer Espresso „gegossen“ („Long Black“).
    Aber zurück zu deiner Frage – mit Milch kann man sich vielleicht selbst etwas „betäuben“, aber „gut“ wird schlechter Kaffee davon für mich nicht.

  3. Moin Daniel,
    ist das nicht ein wenig elitär? Vor allem gibt es mir zu denken, dass die ganzen Kaffeetrends aus einem land zu kommen scheinen, dass gelinde gesagt nicht gerade für seinen guten Kaffee bekannt ist. Achja: ist nicht fett ein Geschmacksträger?
    In Italien wird ja auch von je her der Espresso zB mit sehr viel Zucker „genossen“. Seitdem ich ein wenig der Mixologie verfallen bin, neige ich ja auch dazu den bewussten Konsum (in dem Fall von hochwertigen Mixgetränken) zu bewerben, aber am Ende vom Tag ist es halt doch Geschmacksache. Man kommt sonst ganz schnell zu einem Getränke Snobismus, den man getrost den Whisky Trinkern überlassen sollte.
    Grüße
    Arne

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