Revolution

Antje Schrupp setzt sich mit den Gedanken zu einer linken Revolution von Slavoj Žižek auseinander. Dabei stellt sie seine These des radikalen Umsturzes in Frage, und weißt auf die Verantwortungslosigkeit des „idealen revolutionären Subjekts“ hin, das nichts anderes außer sich selbst und den Kampf wahrnimmt.

Revolutionäre Ereignisse oder andere Krisen, so wäre jedenfalls meine These, können nur das in die Realität umsetzen (oder eher: ermöglichen, dass es ans Licht kommt), was vorher in alltäglichen Experimenten und Debatten bereits vorbereitet wurde. Nicht mehr.

Wenn wir also die Revolution wollen, dann müssen wir sie VOR dem „Ereignis“ so gut wie möglich vorbereiten, denn wenn das Ereignis erst einmal da ist, ist es zu spät.

Quelle: antjeschrupp.com

Diese Art der Revolution entspricht, ebenfalls, viel mehr meinen Gedanken. Sie wird zwar nicht einzelne Helden kennen, dafür jedoch durch das alltäglich Handeln aller, Frauen und Männern, Kindern und Älteren vorbereitet, und bekommt dadurch eine Richtung, keine feste Ideologie, kein Fahrplan und dennoch eine gute Grundlage.

Und nun empfehle ich die Lektüre des gesamten Artikels von Antje: Slavoj Žižek, linke Kerle und die Revolution.

2 Reaktionen

  1. Es ist doch sehr schön, wie hier in der Struktur der Argumentation wieder die urchristliche Bewegung weg vom großen Crash (Apokalypse, Befreiungskrieg) hin zur Revolution des Alltags der (hauptsächlich) normalen Menschen auftaucht.

  2. So sehr ich auch Antje Schrupps Kritik nachvollziehen kann, so sehr muss man sehen, dass die Sache mit der Revolution kein Schwachpunkt von Zizek ist, sondern eine bewusste Entscheidung. Er sagt nein zu all den kleinen Reformen und Verbesserungen, weil diese das Grundübel nur noch bestärken. Er sucht nach einer Umwälzung (ich würde schätzen: zuerst einmal im Denken!), die den Rahmen sprengt, in dem wir zu denken gewohnt sind. Auch wenn man das in der Radikalität nicht mitmachen muss, so ist es doch gut, dass uns Zizek auf unsere blinden Flecken und auf die Nebenkosten unserer Reformen aufmerksam macht. Ein Beispiel ist ja Fair Trade: wird da nicht dem einzelnen „Verbraucher“ – ganz orthodox nach dem Regeln des Marktes – er sei letztlich verantwortlich für die Verbrechen der großen Konzerne und er und sein Gewissen haben qua Kaufentscheidung dafür zu sorgen, dass die Arbeiter einen fairen Preis bekommen. Wird dabei nicht übersehen, dass an der Ungerechtigkeit einen „unfairen“ Lohn zu bezahlen immer noch der Schuld ist, der ihn zahlt?

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