Abendmahl

Vor einigen Tagen las ich den Artikel „Warum Leib und Körper nicht dasselbe sind“ von Peter Aschoff. Beim ersten lesen fand ich seine Gedanken und Beobachtungen interessant, und irgendwie ließ mich der Artikel nicht los, und ich dachte ab und an wieder darüber nach.

Bisher hatte ich die beiden Begriffe ebenfalls synonym verwandt, Leib jedoch für veraltet gehalten. Bei den Arbeiten an einem gemeinsamen Artikel für das Buch „Beziehungsweise Leben“ hatte ich damals auch Diskussionen mit DoSi über die beiden Begriffen, bei denen er sich mit seinen Argumenten für Leib durchsetzte. Durch Peters Artikel und den Wikipedia-Eintrag wurde mir der Unterschied der beiden Begriffe erneut bewusst. Allerdings bleibt es für mich nach wie vor fraglich, wie mit der dort dargestellten Bedeutung Konstruktionen wie „Leibfeindlichkeit“ und die „Leib-Seele-Geist“ Problematik zu erklären sind.

Aber zurück zum Abendmahl. Das Abendmahl hat für mich in der gemeinsam gelebten Spiritualität eine wichtige Bedeutung.

Ich ziehe das tatsächliche gemeinsame Essen jedem anderen Rahmen des Abendmahls vor. Aus meiner Sicht kommt das Mysterium des Abendmahls an einem Tisch sitzend und das Essen teilend am besten zur Geltung. Dieses gemeinsame Essen muss nicht immer ein opulentes Mahl sein, eindrucksvoll in Erinnerung ist mir noch unser letztes Mahl in der Hausgemeinschaft bei belegten Brötchen und gutem Wein. In solchen Zusammensetzungen vermisse ich keine andächtige Stille, sondern freue ich mich gerade an geteiltem Leben, in diesem Geist der wertschätzenden Zuwendung.

Abendmahl kann meiner Ansicht nach jedoch auch auf größeren Veranstaltungen stattfinden. Dabei experimentiere ich gerne mit unterschiedlichen Formen des Empfangens von Brot und Wein. Dies kann aus meiner Sicht sowohl mit Zuspruch durch Austeilende geschehen, als auch in sterilen Päckchen, die alleine in der Gruppe meditativ empfangen werden. Eindrücklich war ein solches Abendmahl für mich am Samstagabend des Emergent Forums 2011 in Essen. In solchen größeren Zusammenhängen finde ich allerdings all zu persönliche Elemente unangemessen.

Einige Worte zur Einstimmung beim Abendmahl empfinde ich als sehr wichtig. Hier würde ich jedoch stark zwischen der Veranstaltungsart unterscheiden. Ab und an dürfen das gerne Worte in Anlehnung an die biblische Überlieferung sein. Aus meiner Sicht lassen sich jedoch auch andere Aspekte des Abendmahls betonen und erleben, wozu in einigen Fällen andere Worte und Gedanken helfen. Im Falle eines eher individuell gestalteten Abendmahls finde ich sowohl kleine Kärtchen oder eine Stationsbeschreibung stimmig, und würde dies beispielsweise laut aus der Bibel vorgelesenen Einsetzungsworten vorziehen.

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