So schmeckt er

Die erste Tasse

Vor zwei Tagen hatte ich darüber geschrieben, dass ich zum ersten Mal meinen Kaffee selbst geröstet habe. Einige der netten Menschen, die dieses Vorhaben via Instagram und Twitter verfolgten, fragten daraufhin, wie er denn schmecke, dieser Kaffee?

Nach der ersten Tasse, und auch noch nach der Zweiten, fühlte ich mich noch nicht in der Lage eine Antwort auf diese Frage zu geben. Zu diesem Zeitpunkt wäre meine Antwort „er ist trinkbar“ gewesen. Ich hatte definitiv schon weitaus besseren, aber auch schlechteren Kaffee getrunken.

Heute nun, bei der letzten Tasse dieses Röstexperiments, will ich ein paar Worte zum Geschmack schreiben. Vorweg sei jedoch noch bemerkt, dass diese Portion Kaffee zu hell ist, ich also zu früh mit dem Abkühlprozess begonnen hatte. Des Weiteren sind die Bohnen in ziemlich unterschiedlichem Zustand, um ein gleichmäßigeres Ergebnis zu erzielen muss ich mehr rühren, und – so meine Vermutung – die Hitzezufuhr etwas gleichmäßiger gestalten.

Nun aber endlich zum Geschmack selbst. Für dieses Röstexperiment habe ich die Tansania AB+ Bohnen von Sonntagmorgen verwendet, deren Aroma an Reife rote Johannisbeeren erinnern. Ich nehme leichte Nuancen dieses Aromas war, der Kaffee erinnert an Beeren, die leichte Säure von Johannisbeeren ist festzustellen. Die Deutlichkeit dieser Aromen ist noch eher schwach ausgeprägt, hier erhoffe ich mir von meiner zweiten Röstung etwas mehr.

Martin, der direkt am Tag nach der Röstung mutig eine Tasse mit mir trank, nahm ein leichtes Möhrenaroma war. Bei der Filterzubereitung konnte ich dieses Aroma ebenfalls erahnen, vor allem dann, wenn der Kaffee etwas abgekühlt war. Bei etwas höheren Temperaturen war das Beerenaroma deutlich. Heute, mit der AeroPress zubereitet, und etwas feiner gemahlen, sind die Beeren deutlicher als mit dem Filter, was jedoch auch mit der etwas kräftigeren Zubereitung zusammenhängt.

Ich freue mich, dass der Kaffee meines ersten Röstexperiments trinkbar war. Für das zweite Mal möchte ich die Röstdauer etwas verlängern und auf eine gleichmäßigere Röstung achten. Ich bin gespannt und freue mich darauf.

7 Kommentare

  1. Sehr cool. Zu merken, dass es eigentlich gar nicht schwer ist besseren Kaffee als Supermarktstandard zu rösten ist doch großartig.

    Deiner Beschreibung nach würde ich im nächsten Schritt vielleicht 2-3 Minuten länger rösten, dann sollte er gleichmäßiger werden und das Möhrenaroma weiter verschwinden. Experimentieren FTW!

  2. Herzlichen Glückwunsch! Vielleicht ein kleiner Tipp: Die Bohnen auf dem Bild sehen so aus, als hätten sie das „erste Knacken“ noch vor sich, sind wohl ein wenig zu kurz geröstet. Durch das „aufknacken“ können sie aber erst das Aroma entfallten.

    Ich kühle meine Bohnen auch direkt nach dem „ersten Knacken“ (für Espresso nach dem „zweiten Knacken/Knistern“) mit einer Wasser-Sprühflasche (wie die zum Blumen besprühen) ab. Durch die heißen Bohnen versdampft das Wasser ja sofort, aber die gerösteten Bohnen schmecken dann etwas „gehaltvoller“.

    (Ich war am Anfang etwas enttäuscht von dem Geschmack. Allerdings habe ich nicht bedacht, dass die neue Röstmaschine auch ca. 10x brauchte, bis sie eingspielt war und auch selber geschmacksmäßig neutral war.)

  3. Ich habe mir vor ein paar Jahren für ca. 100€ einen Imex CR-100 ersteigert. Ist ein sehr einfaches Gerät, außer der Röstdauer gibt es nur an/aus. :) Dafür aber robust.
    Die 100€ hat man ja recht schnell rein, da roher Kaffee ja z.B. keine Röststeuer enthält (2,19€ pro Kilo). Davon abgesehen, ist es möglich rohen Bohnen direkt günstig beim Importeur zu kaufen. Früher ging das z.B. hier.

    Aktuell bestelle ich den Rohkaffee hier.

    Liebe Grüße!

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