Sóley im NUN

Als ich Ende Januar den Streaming-Dienst Rdio testete, wurde ich über dessen Startseite, auf der die meist gespielten Alben meiner Kontakte angezeigt werden, auf das Album We Sink von Sóley aufmerksam. Mir gefiel das Album auf Anhieb, und ich hörte es immer und immer wieder.

Irgendwann erreichte mich, beim Hören des Albums, die Mail einer Booking-Agentur, die eine Sommer-Tour für Sóley plante. Einige Gespräche und Mails später stand fest, wir werden die NUN-Sommerpause unterbrechen, und Künstlerin und Agentur sind interessiert an einem Konzert bei uns. So kam es, dass Sóley am vergangenen Donnerstag im NUN spielte.

Sóley

In ihren Liedern erzählt sie düstere Geschichten und Träume, auf eine sanfte Art. Ich war gespannt die Person zu erleben, die diese Kontraste zwischen Musik, Stimme und Texten aufbaut und in eine spannende Harmonie bringt. Die Besucherinnen und Besucher des Konzertes begeisterten mich an diesem Abend erneut, da trotz eines ausverkauften Hauses, bereits bei den ersten Klängen die volle Aufmerksamkeit den MusikerInnen gehörte. So hatte die Musik den Raum, der ihr zusteht, den Sóley gemeinsam mit ihren Musikern gekonnt ausfüllte.

Die spannende Harmonie der Kontraste von Texten, Stimme und Musik wurde durch ihre Interaktion mit den Besucherinnen und Besuchern des Konzertes noch unterstützt. Zwischen den Liedern konnte sie scherzen, und dann doch ganz unverhofft einen Gedanken anstossen.

Nachdem sie angedeutet hatte, dass sie wohl ihre Stimme in Stuttgart gelassen hatte, folgten Karlsruhe-typische Kommentare. Etwas später erzählte sie davon, dass sie Anfang des Jahres im Rhein geschwommen war, worauf aus dem Publikum etwas schnippisches Richtung Schweiz geäußert wurde. Diese Reaktionen griff sie auf indem sie von einer Begebenheit in Magdeburg erzählte und einen nachdenklichen Nebensatz einstreute, der sinngemäß wohl so wiedergegeben werden könnte: »wie wäre es denn, wenn man sich einfach freundlich begegnen würde?«

Ich freue mich auf viele weitere Konzerte im NUN, und finde unsere Motivation sehr gut in folgendem Satz aus Evelyne Arents’ Konzertbericht in der BNN vom 11.08. ausgedrückt:

»Für das Publikum in Karlsruhe ist es eine Möglichkeit, in intimer Atmosphäre musikalische Schätze zu entdecken.«

Zum Foto: Sóley im Kaffeehaus NUN, Karlsruhe. Fotografiert von Martin Gommel.

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