Vielen Dank für Eure Kommentare Johannes und Ruben.

– Johannes – ich wollte diese Haltung nicht auf die ganze Bewegung übertragen, die Unterschiede sind mir bewusst, mir ging es eher darum eine Richtung anzudeuten, in die ich gerne die Haltung der Bewegung sich entwickeln sehen möchte. Dass es diese guten Beispiele wie CK gibt begeistert mich, darauf habe ich Lust.

– Ruben – ehrlich gesagt stört mich beides. Mich stört, dass aus persönlicher Abneigung eine Regel gemacht wird, die eine Kultur bestätigt. Mir ist bewusst, dass der Laden dem Betreiber gehört, und er selbst entscheiden kann welchen Werten er folgen möchte und welche Haltungen durchscheinen sollen, dennoch stört es mich, und wirkt auf mich elitär und ausgrenzend und nicht offen und liebevoll.

Zu den Kindern, es werden ja nicht – wie in deinem Beispiel aus Sicherheitsgründen Kinder ausgegrenzt, sondern Kinderwägen, und die Kinder in Kinderwägen werden eher weniger zum Risiko mit heißem Wasser, das kann ich also nur als Vorwand werten. Kinderwägen sollen draussen bleiben.

Den Versuch der Beschwichtigung von Betreiberseite des einen Ladens, der in meinem Fall das Fass zum überlaufen brachte, habe ich auch gelesen. Allerdings halte ich es ebenso für ein Scheinargument, da es direkt zwei Fragen aufwirft: Wie viele potentielle Besucher in Rollstühlen werden die Aufmerksamkeit der Betreiber auf sich lenken, und so von Ihnen in den Raum begleitet werden? Und die andere Frage hängt eng damit zusammen – wie einfach lässt sich der Poller wegräumen, so dass ein größerer Eingang entsteht? Zu leicht wird das nicht gehen. Aus meiner Sicht wird zwar versucht den Vorwurf der Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung zu entkräften, was jedoch nicht gelingt, da es sich um Scheinargumente handelt. Bin gespannt wie sich das weiterentwickelt.

Zum angesprochenen Beispiel im Zug, es gibt sicher Fälle wo Eltern anders handeln, als ich, grundsätzlich denke ich allerdings, dass Kinder nicht in enge Korsetts gepackt werden sollten, so dass sie sich wie angepasste Erwachsene verhalten, sondern, dass ihnen mehr Freiraum eingeräumt wird in dem sie sich entwickeln können. Ich weiß, dass dies immer wieder mit anderen Interessen kollidiert, aber diese Grundhaltung – und auch die gegenseitige Achtung – könnte zu einer Kultur führen, die auch das »Fremde, Andersartige« wertschätzt.