Zwischen Anarchie und Rigidität

Auf der Suche nach einer bestimmten Textpassage in The Complex Christ, dem wegweisenden Buch von Kester Brewin, das ich in seiner Originalausgabe irgendwem verliehen habe, stolperte ich gerade über folgenden Abschnitt:

»Die erstaunliche Wahrheit über unsere Städte, unser Gehirn, unsere Ökosysteme und — so behaupte ich — auch über unsere Kirchen lautet: Irgendwo zwischen den Polen von Anarchie und Rigidität — einem Spektrum, an dessen jeweiligem Ende der Tod zu finden ist — existiert ein Ort, an dem ein System zu leben beginnt und anfängt, sich selbst zu organisieren, mehr zu werden als nur die Summe seiner Teile, anfängt einen Charakter zu entwickeln, eine Kultur, eine Seele, wenn man so will. So, als wäre irgendwie Odem hineingekommen und hätte den Befehl zu leben gegeben. Sind die Pheromonspuren zu kurz oder zu lang, dann wird der Ameisenhaufen nicht überleben. Sind unsere Sinne zu verkümmert oder unser Verstand zu offen, dann sterben wir. Doch an einem geheimnisvollen Ort zwischen diesen beiden tödlichen Zuständen fängt das Leben an zu pulsieren; es bricht auf und setzt uns frei.«

Quelle: Kester Brewin, Der Jesus-Faktor: Eine leidenschaftliche Theologie der Veränderung, 80f.

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