Dialog: offen, lernbereit und reflektierend kommunizieren

Will man dem Dialog ein paar charakterisierende Adjektive zur Seite stellen, könnten dazu offen, lernbereit und reflektiert gehören. Im ersten Kapitel des Buches ›Miteinander Denken – Das Geheimnis des Dialogs‹ das Martina und Johannes F. Hartkemeyer gemeinsam mit L. Freeman Dhority geschrieben haben, finden sich ein paar prägnante Aussagen, die sich zur Verortung des Dialogs eignen. Diese möchte ich hier kurz zitieren:

»Der Dialog ist für uns eine besondere Art, miteinander zu sprechen und einander zuzuhören. Dazu gehört vor allem auch, sich selbst zuzuhören, die eigenen Reaktionen zu spüren, die Herkunft der eigenen Gedanken zu erforschen, um nicht Gefangener des eigenen begrenzten Weltbildes zu bleiben.
Das geht nicht ohne Verlangsamung. […]

Was ist für den Dialog wichtig? Eine Bereitschaft zuzuhören und unsere Bewertungen oder gar Urteile in der Schwebe zu halten. Das heißt nicht, daß man seine Gefühle unterdrücken sollte. Aber es scheint kreativer zu sein, uns nicht so sehr mit unseren Gedanken und Meinungen zu identifizieren, wie wir es gemeinhin tun. […]

Im Dialog geht es es darum, eigene und fremde Gedankenfelder in einer offenen, nicht manipulativen Form zu erkunden. Es geht auch darum zu erkunden, wie unsere Annahmen über das, was wir »Wirklichkeit« nennen, tief mit unseren nicht hinterfragten kulturellen Normen und Verhaltensweisen verwoben sind. […]

Der Dialog ist ein Versuch, ein Vorschlag, anders mit komplexen Fragen, Situationen und Problemen umzugehen. Neu miteinander kreative Situationen zu schaffen, dem Denken auf die Spur zu kommen.«

Quelle: Hartkemeyer, Martina & Johannes und L. Freeman Dhority, Miteinander Denken – Das Geheimnis des Dialogs, Seiten 14-15.

1 Kommentar

  1. Das mag ich. Ich finde es auch spannend, der Frage zu folgen, wie ich mich mit meinen Meinungen & Konstrukten weniger verbunden fühle. Denn sie gehören ja zu mir, wie die des Gegenübers zu ihr oder ihm.

    Distanz zu mir selbst, oder: über mich lachen und mich nicht allzu ernst zu nehmen könnte ein Weg sein. Zumindest in der Theorie. ;-)

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