Danke für deine Zusammenfassung, Daniel. Sehr wichtige gesellschaftliche Missstände gelangen an die Öffentlichkeit in letzter Zeit. Zuerst der Rassismus durch die Kinderbuch-Debatte, jetzt alltäglicher Sexismus.

Mir kommt es so vor, als könne das Christentum für alles mögliche herangezogen werden. Jeder legt die Dinge nach seiner Façon aus und bildet daraus seine eigenen Lehren. Die einen als Grundlage für den Machterhalt der Mächtigen, Privilegierten, weißen, Männer… Andere als Motivation, bestehende Machtverhältnisse zu durchbrechen und eine neue Freiheit zu gestalten, an der auch Benachteiligte teilhaben können.

Für mich, der ich in einem sog. christlichen Umfeld aufgewachsen bin, ist es diese zweite Sichtweise, die mir überhaupt noch Zugang zum christlichen Denken ermöglicht. Alles andere ist konservieren alter Traditionen – und eben auch Machtstrukturen.

Wenn ich überhaupt noch ein Christentum brauche, dann eines, das eine neue, sozial, wirtschaftlich und politisch korrekte Perspektive für die Welt hat.