Umgeben von Illusionen

Vor kurzem habe ich endlich das hervorragende Buch ›Meat Market‹ von Laurie Penny gelesen. Zu Beginn des Buches schreibt sie über Erotik im Kapitalismus. Im heutigen Kapitalismus ist Erotik und Sex eine Währung, um am Markt erfolgreich zu sein, so scheint es, sollte mensch sich an die Regeln des Marktes halten und den eigenen Marktwert steigern.

Einige Sittenwächterinnen und Sittenwächter prangern an, dass auf den Plakatflächen unserer Städte zu viel nackte Haut zu sehen ist, und dass Erotik und Sex in unserem Alltag viel zu präsent sind. Penny zeigt, auf Jean Baudrillard Bezug nehmend, dass das Problem nicht so sehr in der Darstellung von Erotik und nackter Haut liegt, sondern vielmehr darin, dass wir es hier ständig mit Illusionen zu tun haben. Die Körper, Positionen oder Stellungen, die wir tagein tagaus zu sehen bekommen, sind so stark idealisiert, dass sie nicht die Realität von Erotik und Körper wiedergeben, sondern eine Illusion davon.

Diese Illusion zu erkennen fällt den meisten Menschen, die schon ‘mal Sex hatten oder ihren Körper ab und an genauer ansehen, schnell auf. Problematisch ist dies in größerem Ausmaß für unsere heranwachsenden Mitmenschen, deren erste Eindrücke von Nacktheit, Erotik und Sex auf diesen Illusionen beruhen. Sie geraten dadurch unter Druck einem bestimmten Ideal hinterher zu jagen, und ihre Körper und ihre Bereitschaft für Sex an die Frau oder den Mann zu bringen, sprich ihren Marktwert zu steigern. An diesem Punkt setzt Penny an, und ruft zum Widerstand auf.

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