Wochencharts KW14

  1. James Blake (44)
  2. Blumentopf (25)
  3. Big Fox (20)
  4. Passenger (13)
  5. Amatorski (12)
  6. Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi (12)
  7. mewithoutYou (11)

Am 5. April erschien ›Overgrown‹, das aktuelle Album von James Blake. Grund genug für Rabea Weihser das Album auf Zeit-Online zu besprechen. In ihrer Plattenbesprechung geht sie der Frage nach, ob James Blake der Hoffnungsträger des Pop ist. Gegen Ende ihrer Plattenbesprechung kommt Rabea Weihser auf ein paar gesellschaftliche Beobachtungen zu sprechen:

»Man kann aus James Blakes Musik und ihrem Erfolg durchaus etwas Gegenwärtiges herauslesen. Sie vertont einmal mehr das auf sich zurückgeworfene Individuum, jung, verunsichert, zaghaft tastend und doch strotzend vor emotionaler Energie, bisweilen narzisstisch in seiner Bereitschaft zur Selbstspiegelung. Es ist der Rückzug des Selbst ins Selbst, erhoben zur Religion, schrieb Diedrich Diederichsen 2011 in der Süddeutschen.

In der aktuellen Ausgabe der Pop-Zeitschrift erkennt Nadja Geer in der Rückkehr zum Soul die Kompensation einer unterkühlten digitalen Welt: „Das nachpostmoderne Subjekt schaltet nicht nur Facebook ab, um Erfahrungen zu sammeln, sondern investiert auch in Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Beziehungsfragen.“ Blake verbindet diese emotionale Ehrlichkeit mit dem akustischen Abbild des Digitalen. Und was könnte heimeliger wirken auf ein junges Publikum? In seinen großen Klangräumen ist – wie in der spätkapitalistischen Welt – alles möglich, und doch schwebt darüber die Angst, sich zu verirren. Der Musiker aber behält die Kontrolle und findet immer wieder zurück zur Harmonie. Seine Vorstöße und Entgleisungen nehmen stets ein tröstliches Ende.«

Quelle: Rabea Weihser, Musiker James Blake: Ja, er ist der Hoffnungsträger des Pop, zeit.de

Aus diesem Abschnitt möchte ich kurz eine Aussage herausgreifen »Blake verbindet diese emotionale Ehrlichkeit mit dem akustischen Abbild des Digitalen.«, darin liegt für mich der Charme von James Blakes’ Musik – er überwindet die Dichotomie digital/real, und verbindet digitale und akustische Klänge, greift bewährte Muster der Musik auf und setzt sie in neue Zusammenhänge. Auf dieser Grundlage entsteht etwas neues, schönes, das gleichzeitig aufwühlt, beruhigt, verwirrt und hilft zu ordnen.

Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi schafften es mit ihrer ersten Single »Der Anfang ist nah« – also einem Song – in meine Wochencharts. Und ja, ich kann es nicht verbergen, ich freue mich sehr auf das kommende Album.

Letzte Woche entdeckte ich noch eine weitere Band, die ich hier explizit erwähnen möchte Amatorski. Bisher habe ich vor allem ihr Album tbc gehört.

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