Zustimmung ist der Schlüssel

Vor knapp vier Jahren rätselte Emma Holten wie ihr Passwort noch gleich war. Als es ihr schließlich einfiel, warteten hunderte von Nachrichten auf sie. Nachrichten die Bilder von ihr enthielten.

Irgendjemand hatte ihr E-Mail- und Facebook-Konto gehackt und Bilder, die sie im Schlafzimmer ihres Ex-Freundes aufgenommen hatte, geklaut. Bilder, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Nun war sie für alle Welt nackt zu sehen, und viel zu viele Männer nahmen diese Bilder zum Anlass sie zu beschimpfen, zu beleidigen und zu bedrohen.

Am 21. Januar sah ich ihr großartiges Video »Someone stole naked pictures of me. This is what I did about it« in der Rubrik ›Comment is free‹ des Guardian und war bewegt vom Mut und der Klarheit von Emma Holten:

Emma Holten / Guardian, Comment is free
Emma Holten, The Guardian – Comment is Free. (YouTube)

Auf der Suche nach den Fotos stellte sie schnell fest, dass es bei der Veröffentlichung von Nacktfotos gegen den Willen der fotografierten Person nicht so sehr um die Person selbst, sondern vielmehr um die Objektivizierung von Frauen geht. Zu wissen, dass die Fotos gegen den Willen der Frauen veröffentlicht werden, gehört zur Faszination. Das machte Emma Holten wütend. Und sie entschied, nicht zu schweigen, sondern etwas zu tun.

Sie traf sich mit der Fotografin Cecilie Bødker, und die beiden nahmen eine Serie von Bildern auf, in denen Emma Holten das Subjekt ist. Mit dieser Serie wollen die beiden ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für die Wichtigkeit von Zustimmung:

»Es war mir wichtig, mich nicht von meinem Körper zu distanzieren, mich nicht dafür zu beschuldigen diese Demütigung verursacht zu haben, und mich nicht davon gefangen nehmen zu lassen meine Sexualität zu verleugnen. Ich verstehe warum Menschen denken, dass diese Aktion gegen die Intuition ist, aber ich sehe es anders. Zustimmung ist der Schlüssel. Ich habe das gemacht. Genauso wie Vergewaltigung nichts mit Sex zu tun hat, sind Bilder die mit oder ohne Zustimmung der Person veröffentlicht werden komplett verschieden.«

Ich wünsche Emma Holten, dass ihr diese Bilder gut tun. Und danke ihr, für ihren Mut und ihre Klarheit. Zustimmung ist der Schlüssel.

Für diejenigen, die gerne weiterlesen wollen, empfehle ich den Artikel, den Emma Holten für das Magazin ›Hysteria‹ geschrieben hat, der sich gemeinsam mit der Bilderserie auf der Webseite von Cecilie Bødker findet.

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