Homosexualität und Christsein (12)

Viel zu lange veröffentlichte ich keinen neuen Eintrag in dieser Reihe. Und dennoch ist die Frage von Vereinbarkeit von Homosexualität und Christsein immer noch eine sehr wichtige.

Heute breche ich mein Schweigen im Blog mit einem Hinweis darauf, dass ich das Ende von Reparativtherapie als dringend notwendig erachte. Reparativtherapie? Genau, damit werden die umstrittenen Methoden bezeichnet, die Homosexuellen dabei helfen sollen „ihre sexuelle Orientierung zu ändern“.

Anlässlich einer geplanten Konferenz in London wurde Vicky Beeching kürzlich im BBC-Radio zu Reparativtherapie interviewt. Und wie so oft begeistert mich, mit welcher Klarheit Vicky Beeching über die Ursachen des „Wunsches“ von Homosexualität „geheilt“ zu werden spricht.

Sie sieht eine Hauptursache in einem falschen Verständnis einzelner biblischer Aussagen, und einer Kultur in christlichen Kreisen, die Homosexualität als defizitär bezeichnet.

In einem Artikel auf independent.co.uk, der am selben Tag erschien, bezieht sie ebenfalls deutlich Stellung:

»My strongest, overarching concern is why anyone seeks therapy to change their orientation in the first place. Within a church context, the primary reason people feel they need such a ‘cure’ is rooted in incorrect Bible teaching that make them feel they cannot be both gay and Christian. If such ideas were not taught in the first place, the desire for conversion therapy would no doubt disappear along with it.

I long to see the day when the church teaches a positive, inclusive message – that you do not have to choose between your faith and your sexuality. I am currently working with the United Nations to help spread that message to people of faith around the globe. Christianity is gradually moving in an LGBT-inclusive direction and that is heartening to watch. In twenty years time I hope that both ‘gay cure therapy’ and the damaging teachings that render it necessary in the first place, will both have faded away.«

Vicky Beeching, I tried to ‚pray the gay away‘, and ended up in a hospital bed, independent.co.uk

Wie wichtig es mir ist, diese beiden Aspekte zu verändern, wird den Leser_innen dieses Blogs nicht entgangen sein. Und wer jetzt mit Meinungs- und Willensfreiheit argumentieren möchte, der/m möchte ich nahelegen, zunächst die Willens- und Meinungsfreiheit unserer queeren Mitmenschen zu achten, und ihnen ein Leben in einer Kultur der liebevollen Annahme zu ermöglichen.

Und dann, so hoffe ich, werden wir nicht erst in zwanzig Jahren eine inklusive und sex-positive Christenheit erleben, sondern schon viel früher, die positiven befreienden Aspekte Christi in einer pluralen Gesellschaft leben, gemeinsam mit unseren queeren Mitmenschen.

Alle Artikel in dieser Serie:

  1. Homosexualität und Christsein (1)
  2. Homosexualität und Christsein (2)
  3. Homosexualität und Christsein (3)
  4. Homosexualität und Christsein (4)
  5. Homosexualität und Christsein (5)
  6. Homosexualität und Christsein (6)
  7. Homosexualität und Christsein (7)
  8. Homosexualität und Christsein (8)
  9. Homosexualität und Christsein (9)
  10. Homosexualität und Christsein (10)
  11. Homosexualität und Christsein (11)
  12. Homosexualität und Christsein (12)

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