Transformationsdesign als Einübung des Weglassens

»Transformationsdesign ist reduktives Design. Die Gestaltung einer zukunftsfähigen Moderne ist, wie gesagt, zunachst keine designerische Aufgabe, die sich an die Neu- oder Umgestaltung von Produkten, Häusern, Städten etc. richtet. Die Entwicklung eines Transformationsdesigns ist eine soziale und kulturelle Aufgabe und besteht in übergeordneter Perspektive zunächst darin, demokratisch auszuhandeln, was gutes Leben ist und was es erfordert. Und darin, aus dieser Definition gestalterische Schlussfolgerungen zu ziehen.

[…]

Das setzt voraus: nicht nur andere, sondern weniger Energie. Nicht bessere, sondern weniger Produkte. Keine neuen Aufwände, sondern wiederverwenden, unnützen, nachnutzen, mitnutzen.

[…]

Das Design hätte demnach nicht mehr die Aufgabe, unablässig hinzukommende Dinge zu gestalten, sondern jene Dinge, die man nicht braucht, aus der Welt zu schaffen. Das hieße etwa: keine Flasche für ein neues Mineralwasser designen, sondern den Hinweis auf den nächsten Wasserhahn.«

Bernd Sommer und Harald Welzer, Transformationsdesign: Wege in eine zukunftsfähige Moderne, Seiten 118-119.

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