Eine andere Gesellschaft ist möglich

Eine Gesellschaft in der alle dieselben Rechte und Chancen bekommen ist möglich. Eine Gesellschaft jenseits technokratischen Fortschrittsdenkens, in der die menschliche Seite geschätzt wird. Eine empathische Gesellschaft ist möglich, in der jede_r die gleichen Rechte und Chancen bekommt, und weder Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung_Identität, Alter, Behinderungen, Religion als Grund für Diskriminierung oder Vorurteil herhalten muss.

Über das wunderbare Buch ›Weil ein Aufschrei nicht reicht‹ von Anne Wizorek werde ich noch mehr schreiben, und ihr solltet es – sofern noch nicht geschehen – alle lesen, heute möchte ich kurz auf den Abschnitt ›Das F in Feminismus steht für Fortschritt‹ eingehen.

An dieser Stelle des Buches schreibt Anne über den Optimismus, der eine verwandelte Gesellschaft für möglich hält, und so Kraft zur Überwindung von Diskriminierung und Benachteiligung freisetzt. Feminismus ist kein Nischenthema, in dem es um ein bisschen mehr Freiheit für Frauen, eine strikte Quote oder die Unterdrückung von Männern geht, sondern eine Kraft für die Verwandlung der gesamten Gesellschaft:

»Es gilt grundlegende Benachteiligung und Diskrimierung abzuschaffen und das zu erreichen, was eigentlich längst in unserem Grundgesetz verankert ist.« (663f)

Die Formulierung dieses Ziels macht deutlich, dass Feminist_in zu sein, nicht bequem ist. Die Gesellschaft mit ihren eingespielten Benachteiligungsmustern und Ungerechtigkeiten ist für einige bequem, Veränderung wird sowieso kritisch beäugt. Anne, und das ist meiner Ansicht nach eine klare Stärke des Buches, schreibt aus ihrer Perspektive, und macht immer wieder deutlich, was sie motiviert sich an dieser Gesellschaftsveränderung zu beteiligen:

»Wenn ich mich feministisch engagiere, denke ich dabei jedenfalls nicht nur an mich und meine Generation, sondern auch an die, die noch kommen und die unter besseren Voraussetzungen leben sollen.

Es geht nicht darum, alle Menschen zu ›vereinheitlichen‹, alle zu einem großen ›Klumpen Mensch‹ zu machen, wie es Kritiker_innen gerne mal darstellen. Es geht darum, eine Welt zu schaffen, in der alle so akzeptiert und respektiert werden, wie sie sind, und in der diese Unterschiede nicht als Grund dafür angesehen werden, dass ihnen Respekt und Chancen verwehrt werden können. Alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung_Identität, Alter, Behinderungen, Religion sollen die gleichen Rechte und Chancen haben. Alle. Das heißt, sich von den tief in unserer Gesellschaft verwurzelten Diskrimierungen zu lösen und auch Privilegien aufzugeben, die damit verbunden sind.« (664f.)

Es geht also tatsächlich um das große Ganze. In einer Welt zu leben, in der alle akzeptiert und respektiert sind, ist ein attraktives Ziel für das es sich lohnt einiges an Bequemlichkeit aufzugeben, die Veränderung zu begrüßen und selbst mitzuwirken.

»Unser Lehrplan für die Zukunft besteht aus einer ›Willst Du auch?‹-Kultur und darin, Empathie von allen einzufordern. Gesellschaftlicher Wandel ist möglich – und er braucht euch.« (668)

Der Gesellschaftliche Wandel braucht alle. Und so freue ich mich Euch zu einer Lesung mit Anne Wizorek ins Kaffeehaus NUN einladen zu können. Am 11. Dezember wird Anne aus ihrem Buch lesen, und uns dazu inspirieren zu dieser verwandelten Gesellschaft beizutragen. Weitere Infos und Karten gibt es hier.

Alle Zitate stammen aus dem E-Book: Anne Wizorek, Weil ein Aufschrei nicht reicht: Für einen Feminismus für heute. Geöffnet auf meinem iPhone bei einer Schriftgröße die ich gerne lese.

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